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Raumbegehren

Zum Flaneur bei W.G. Sebald und Walter Benjamin

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Eva Riedl

Trotz der Aufmerksamkeit, die den gehenden Protagonisten im Prosawerk W.G. Sebalds in der theoretischen Beschäftigung zugekommen ist, hat die Forschung diese bislang nur selten unter der Perspektive «Flaneur» untersucht. Die Autorin widmet sich Sebalds sorgsamen Inszenierungen dieser Fußreisen und verfolgt sie kritisch vor W.G. Sebalds Benjamin-Lektüre. Sie zeigt, dass die als widersprüchlich aufgefasste Aneignung der Figur durch Walter Benjamin eine Chance ist, das Zugleich von intensiven, im Übergang befindlichen und zerstörerischen Formen der Flanerie in Sebalds Texten aufzuzeigen. Der Flaneur ist ein auffälliger Körper: Wie dessen epiphanische, intensive und vernichtende Gesten in Sebalds theoretisches und literarisches Schreiben eingehen, verfolgt dieses Buch.

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IV. Zu Spuren des Flaneurs in W.G. Sebalds literaturwissenschaftlichen Werk

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IV.  Zu Spuren des Flaneurs in W.G. Sebalds literaturwissenschaftlichen Werk

Im Folgenden wird zur Kartierung von Flaneur und Flanerie in Sebalds Werk zunächst dessen literaturwissenschaftlichem Schreiben herangezogen. Im Zentrum stehen dabei die Texte zu Peter Altenberg, Arthur Schnitzler und Kafka, die, über die ausgewiesenen Rückbezüge hinaus, untergründig mit Benjamins Urgeschichte des 19. Jahrhunderts kommunizieren.

IV. 1  Le Paysan de Vienne (1989) – zu Sebalds Peter Altenberg

Mit dem Phänomen großstädtischer Flanerie beschäftigt sich Sebald explizit im Essay Peter Altenberg – Le Paysan de Vienne. Wenn bereits der Titel des Essays386 an Aragons Le Paysan de Paris anknüpft und Benjamins Auseinandersetzung mit dieser surrealistische Passagenkunde aufruft, tariert Sebald den Altenbergischen „Typus des Flaneurs“ (UH, 73) vor den Motiven und Themen aus, die Benjamins Auseinandersetzung mit Baudelaire aufwirft, was schon ein Blick auf Sebalds herangezogene Quellen verdeutlicht.

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