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Business-Fiktionen und Management-Inszenierungen

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Edited By Yvette Sánchez

Seit der Finanz-und Wirtschaftskrise von 2008 ist ein Anstieg literarischer und literaturkritischer Auseinandersetzungen mit der Figur des Managers und den Mechanismen der Geschäftswelt zu vermerken. Gleichzeitig setzen Unternehmen vermehrt auf das Distinktionsmerkmal der Kreativität. Dazu gehören die Methoden des Storytelling sowie der kunstbasierten Interventionen zur Personalentwicklung oder die Zusammenarbeit mit professionellen Theaterleuten an Aktionärsversammlungen.

Die in diesem Band vereinten vierzehn Beiträge aus verschiedenen Disziplinen testen die Grenzen zwischen den Künsten und der Wirtschaft. Es wird unter anderem die These aufgestellt, dass die Fiktionalitätsanteile in Romanen oder Theaterstücken niedriger ausfallen als in deklariert lebensweltlichen Inszenierungen von Managern.

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Einführung

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Wirtschaftliche Themen finden, nicht zuletzt durch die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 bedingt, vermehrt Einzug in die Künste. Das Zusammenspiel ist antizyklisch, indem die Krise in der Wirtschaft eine Hochkonjunktur in der Literatur auslöst. Dies ist mit ein Grund, weshalb der Peter Lang Verlag die neue Reihe Literatur – Kultur – Ökonomie ins Leben gerufen hat, in welcher nun die vierzehn Beiträge des vorliegenden Bands erscheinen.

Man ist geneigt zu sagen, die Wirtschaft alleine erzeuge schon genügend Fiktionen. Tatsächlich ist seit der Krise eine wachsende Nähe der Finanzwelt einerseits zum Kunstmarkt, andererseits zu fiktionalen Konstrukten, Theater oder Erzählprosa, zu beobachten, so dass beide Bereiche zusammenrücken, irgendwie wahlverwandt.

Der Impuls für diesen Band kam aus der Universität St. Gallen, einer Business School, an der seit Gründerzeiten eine lange Tradition der Verbindung zu den Künsten besteht. Sämtliche Studierende der HSG müssen seit der Studienreform 2001 – neben ihren Kernfächern BWL, VWL, Recht und Politologie – obligatorisch 25 % ihrer Credits in kulturwissenschaftlichen Fächern absolvieren. Dies führt dazu, dass etwa Studierenden der Ökonomie das Werkzeug zur Romananalyse mit auf den Weg gegeben wird. Auch wissenschaftliche Arbeiten auf allen Stufen der universitären Ausbildung, vom Bachelor bis zur Habilitation, können in literaturwissenschaftlichen Themenbereichen geschrieben werden. In der Lehre bieten Dozierende der Sozial-, Literatur- und Kulturwissenschaften gemeinsame Seminare an. Auch praktische, experimentelle Kurse, beispielsweise mit dem Direktor des Theaters St. Gallen, sind Teil des...

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