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Business-Fiktionen und Management-Inszenierungen

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Edited By Yvette Sánchez

Seit der Finanz-und Wirtschaftskrise von 2008 ist ein Anstieg literarischer und literaturkritischer Auseinandersetzungen mit der Figur des Managers und den Mechanismen der Geschäftswelt zu vermerken. Gleichzeitig setzen Unternehmen vermehrt auf das Distinktionsmerkmal der Kreativität. Dazu gehören die Methoden des Storytelling sowie der kunstbasierten Interventionen zur Personalentwicklung oder die Zusammenarbeit mit professionellen Theaterleuten an Aktionärsversammlungen.

Die in diesem Band vereinten vierzehn Beiträge aus verschiedenen Disziplinen testen die Grenzen zwischen den Künsten und der Wirtschaft. Es wird unter anderem die These aufgestellt, dass die Fiktionalitätsanteile in Romanen oder Theaterstücken niedriger ausfallen als in deklariert lebensweltlichen Inszenierungen von Managern.

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Rettet Leviathan vor dem Ertrinken! Ein abduktiver Beitrag zu Wassermetaphern in der Wirtschaftskrise und ihrer Funktion (Michael G. Festl / Diana Festl-Pell)

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Michael G. Festl (Universität St. Gallen) und Diana Festl-Pell (Karlshochschule International University Karlsruhe)

Rettet Leviathan vor dem Ertrinken! Ein abduktiver Beitrag zu Wassermetaphern in der Wirtschaftskrise und ihrer Funktion

1 Eine charmante Forderung

Der Welt mehr Magie, der Wirtschaft mehr Fiktion verleihen, das klingt seit Max Webers melancholischen Meditationen zur Entzauberung der Welt charmant. Was die Wirtschaft betrifft, wird diese charmante Forderung im Folgenden jedoch auf zweifache Weise in Frage gestellt. Zum einen wird sich zeigen, dass sie insofern ins Leere läuft, als die Wirtschaft schon jetzt starke fiktionale Gehalte aufweist. Zum anderen wird evident werden, dass die Ergebnisse, die die Wirtschaft mittels ihrer Fiktionalität generiert, nicht zwingend positiv zu bewerten sind.1 Beides soll auf Basis einer funktionalistischen Analyse geschehen, die sich der Tatsache widmet, dass in der jüngsten, bis heute nachwirkenden Wirtschaftskrise erstaunlich oft eine ganz bestimmte Sprachfigur – ein Metaphernkonglomerat, wie man auch sagen könnte – verwendet wird. Kennzeichen einer funktionalistischen Analyse ist es, ein Phänomen in den Blick zu nehmen und zu fragen, welche gesellschaftliche Funktion es erfüllt. Dabei ist das Phänomen, dem sich die vorliegende Untersuchung widmet, die Tatsache, dass im Sprechen über die jüngste Wirtschaftskrise erstaunlich oft auf Metaphern zurückgegriffen wird, die auf die eine oder andere Weise, manchmal direkter, manchmal indirekter mit Wasser zu tun haben, sprich, Wassermetaphern herangezogen werden, wie wir der Kürze halber←91 | 92→ sagen möchten.2 Einschränkend soll vorausgeschickt werden, dass der vorliegende Aufsatz...

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