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Die Ausprägung des Gläubigerschutzes in der geschichtlichen Entwicklung des Aktienrechts

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Maike Sauter

Die Autorin untersucht die Entwicklung gläubigerschützender Normen in der Geschichte des Aktienrechts. Es werden Elemente der Chaostheorie, Evolutionswissenschaft und der Pfadabhängigkeit zu einem dogmatischen Grundgerüst der Entwicklung von Rechtsnormen kombiniert und rechtliche Normen und Regelungen des Aktionärsschutzes zu regulatorischen Wirkungseinheiten zusammengefasst. Die Autorin erklärt Entstehungsmuster für identifizierte Paradigmen. Methodisch wird die zweihundertjährige Geschichte der aktienrechtlichen Gläubigerschutzregelungen in Deutschland erfasst und ihre aktuelle Bedeutung und Zukunftsfähigkeit bewertet. Die Untersuchung ist deshalb zugleich historisch und von besonderer Aktualität.

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A. Vorbemerkungen

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A. Vorbemerkungen

„Companie ist Lumperie“

Anonymus

Die Welt befindet sich in einer fortwährenden Krise – dieser Eindruck scheint sich jedem aufzudrängen, der auch nur mit halbem Ohr den aktuellen Nachrichten folgt. Mal wird das drohende Ende Europas beschrieben, mal die drohende Wirtschaftskrise in den Schwellenländern, das neue Wort des drohenden Grexit1 hat Einzug in die Wörterbücher gehalten, der Rettungsfonds Europäischer Stabilitätsmechanismus muss als Schutzwall für die Finanzmärkte herhalten und neue Buchstabenkürzel wie ESM2, EFSM3 und EFSF4 sind inzwischen in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.

Darüber ist – auch in der gesellschaftsrechtlichen Literatur – eine andere Diskussion fast wieder in Vergessenheit geraten, die europaweit und jahrelang geführt wurde: die Diskussion um eine Reform der zweiten gesellschaftsrechtlichen Richtlinie5 und damit auch des Kapitalschutzregimes (börsennotierter6) Aktiengesellschaften.7 Das Schlagwort des Wettbewerbs der Rechtsordnungen, das die Aus←1 | 2→ einandersetzung lange dominiert hat, ist in den Hintergrund getreten. Es scheint, die Gesellschaftsrechtswissenschaft ist des Themas müde geworden – was geschrieben werden konnte, das wurde geschrieben, getan hat sich wenig bis nichts. Einigkeit über die weitere Vorgehensweise wurde nicht erzielt. Innerhalb der einzelnen europäischen Jurisdiktionen herrscht noch immer über eine eventuelle Reform Uneinigkeit. Für die jeweiligen nationalen Gesetzgeber hat sich die Frage der Zukunftsfähigkeit der einzelnen nationalen Aktiengesellschaftsformen jedoch nicht durch Zeitablauf von selbst erledigt, nur weil andere Themen die politische Agenda stärker erobert haben.

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