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Die Ausprägung des Gläubigerschutzes in der geschichtlichen Entwicklung des Aktienrechts

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Maike Sauter

Die Autorin untersucht die Entwicklung gläubigerschützender Normen in der Geschichte des Aktienrechts. Es werden Elemente der Chaostheorie, Evolutionswissenschaft und der Pfadabhängigkeit zu einem dogmatischen Grundgerüst der Entwicklung von Rechtsnormen kombiniert und rechtliche Normen und Regelungen des Aktionärsschutzes zu regulatorischen Wirkungseinheiten zusammengefasst. Die Autorin erklärt Entstehungsmuster für identifizierte Paradigmen. Methodisch wird die zweihundertjährige Geschichte der aktienrechtlichen Gläubigerschutzregelungen in Deutschland erfasst und ihre aktuelle Bedeutung und Zukunftsfähigkeit bewertet. Die Untersuchung ist deshalb zugleich historisch und von besonderer Aktualität.

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F. Schlussfolgerungen

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F. Schlussfolgerungen

• Das heutige deutsche Recht der Aktiengesellschaft enthält Regelungen zum Schutz ihrer Gläubiger. Hierbei wird nicht zwischen verschiedenen Gruppen von Gläubigern und insbesondere nicht zwischen vertraglichen und deliktischen Gläubigern der Aktiengesellschaft unterschieden. Regeln zum Schutz der Gläubiger der Aktiengesellschaft werden historisch begründet mit deren Schutzbedürfnis aufgrund der beschränkten Haftung der Aktionäre für Verbindlichkeiten der Aktiengesellschaft. Diese Begründung erweist sich als tragfähig. Insbesondere kann ein auf vertraglichen Vereinbarungen von Großgläubigern beruhendes privatautonomes Schutzregime die gesetzlichen Schutzregelungen zugunsten der Gläubiger von Aktiengesellschaften nicht ersetzen.

• Die gläubigerschützenden Regelungen des Aktienrechts lassen sich als ein System von Paradigmen betrachten, die sich im Laufe der Geschichte des Aktienrechts herausgebildet und bis heute Bestand haben. Zu Paradigmenwechseln kam es in Bezug auf Gläubigerschutzregelungen in der Geschichte des Aktienrechts nur selten. Die Gründe der Herausbildung spezifischer Paradigmen liegen häufig in zufälligen Entwicklungen der Rechtswirklichkeit zu der jeweiligen Zeit. Ist ein Paradigma einmal entstanden, so entwickelt es sich pfadabhängig über die Zeit weiter. Die Stabilität gesellschaftsrechtlicher Paradigmen führt dazu, dass Änderungen lediglich durch den Aufbau von innerem oder äußerem Druck auf den Gesetzgeber erfolgen. Die Betrachtung der historischen Entwicklung der Gläubigerschutznormen zeigt, dass häufig wirtschaftliche Skandale und Krisen den Ausschlag für gesellschaftsrechtliche Entwicklung gaben. Dies lässt sich auch theoretisch begründen.

• Effizienzerwägungen bieten sich zwar auf einer theoretischen Ebene für...

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