Show Less
Restricted access

Die Haftung des Kunstexperten

Series:

Daniel Schrembs

Das Buch beschäftigt sich mit den Hintergründen und Grundlagen der Kunstexpertenhaftung. Die Kunstexpertise ist von herausragender Bedeutung für den Kunstmarkt. Sie entscheidet über die Authentizität eines Kunstwerkes und damit über Millionenwerte. Der Autor untersucht die Fälle, in denen Experten irren. Geschädigte Käufer und Verkäufer fragen dann nach ihren rechtlichen Möglichkeiten – auch nach einer Haftung des Kunstexperten. Die Haftung des Kunstexperten ist gerichtlich nicht geklärt, wodurch sich eine erhebliche Rechtsunsicherheit für die Kunstmarktbeteiligten ergibt. Der Autor klärt die Sorgfaltsanforderungen an die Tätigkeit eines Kunstexperten und zeigt anhand von vielen Beispielen aus der Praxis Wege einer Haftung des Kunstexperten auf.

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 2: Die Grundlagen einer Haftung des Kunstexperten

Extract

← 108 | 109 →

Kapitel 2:  Die Grundlagen einer Haftung des Kunstexperten

A.    Der Begriff des Kunstexperten

Wenn im Folgenden von dem Kunstexperten die Rede ist, so ist der Experte für Kunst, nicht der (öffentlich bestellte und vereidigte) Kunstsachverständige gemeint. Weil sich beide Begriffe nicht decken, muss ihr jeweiliger Inhalt zunächst bestimmt und sodann voneinander abgegrenzt werden.

Der Experte (lateinisch «experiri»: erproben, erfahren) ist eine Person, die auf dem Gebiet der Kunst erprobt und erfahren ist, sich also mit Kunst auskennt. Das sind zuvorderst die Künstler selbst, weiterhin die Kunsthistoriker, Museumskuratoren, Restauratoren, Mitarbeiter von Auktionshäusern, Galeristen, Kunsthändler, und -sammler, schlechthin alle an Entstehung, Vermarktung und Erwerb von Kunst Beteiligten, die sich durch praktische Erprobung in Kunst und Beobachtung von Kunst besondere Erfahrung erworben haben, um die Authentizität eines Kunstwerkes beurteilen zu können.455 Auf welche Weise sie sich erprobt haben, das heißt auf welchem Weg sie zu ihrer Erfahrung gelangen und wie sie ihre Kenntnisse ausüben, wird ihnen nicht vorgeschrieben. Weder gibt es eine einheitliche Ausbildung noch Richtlinien für die Ausübung ihrer Tätigkeit.456 Aus diesem Grunde darf sich jeder Kunstexperte nennen, der sich dazu ← 109 | 110 → berufen fühlt.457 Da dem Beruf des Kunstexperten somit feste Konturen fehlen, ist der Begriff als Berufsbezeichnung auch nicht geschützt.458

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.