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Die Haftung des Kunstexperten

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Daniel Schrembs

Das Buch beschäftigt sich mit den Hintergründen und Grundlagen der Kunstexpertenhaftung. Die Kunstexpertise ist von herausragender Bedeutung für den Kunstmarkt. Sie entscheidet über die Authentizität eines Kunstwerkes und damit über Millionenwerte. Der Autor untersucht die Fälle, in denen Experten irren. Geschädigte Käufer und Verkäufer fragen dann nach ihren rechtlichen Möglichkeiten – auch nach einer Haftung des Kunstexperten. Die Haftung des Kunstexperten ist gerichtlich nicht geklärt, wodurch sich eine erhebliche Rechtsunsicherheit für die Kunstmarktbeteiligten ergibt. Der Autor klärt die Sorgfaltsanforderungen an die Tätigkeit eines Kunstexperten und zeigt anhand von vielen Beispielen aus der Praxis Wege einer Haftung des Kunstexperten auf.

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Kapitel 4: Die Haftung des Kunstexperten aus einem Vertragsverhältnis

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Kapitel 4:  Die Haftung des Kunstexperten aus einem Vertragsverhältnis

Eine Haftung des Kunstexperten «aus einem Vertragsverhältnis» im Sinne des 675 Abs. 2 BGB setzt ein solches vertragliches Verhältnis des Kunstexperten zu der Person, die durch eine fehlerhafte Expertise zu einer nachteiligen Vermögensverfügung veranlasst wird, voraus. Aus einem solchen Vertragsverhältnis kann sich für den Kunstexperten eine Pflicht zur sorgfältigen Auskunft ergeben. Verletzt der Experte diese Pflicht schuldhaft (vorsätzlich oder fahrlässig) und entsteht der auf die Expertise vertrauenden Person in der Folge (kausal) ein Schaden, so haftet grundsätzlich der Experte dieser Person gegenüber für deren Schaden.538

A.    Die Haftung des Kunstexperten gegenüber seinem Aufraggeber

Ein Vertragsverhältnis im Sinne des § 675 Abs. 2 BGB kommt in Betracht, wenn der Kunstexperte mit der Erstellung einer Expertise beauftragt wird, diesen Auftrag annimmt und sich dadurch vertraglich bindet. Auftraggeber ist dabei in der Regel der Verkäufer eines Kunstwerkes, der, weil eine zuschreibende Kunstexpertise ein Kunstwerk erst verkehrsfähig macht, die Expertise braucht, um es am Markt anbieten zu können. Erfolgt der Verkauf des Kunstwerkes über ein Auktionshaus und liegt noch keine Expertise vor, so wird das Auktionshaus in der Regel den Experten beauftragen. In beiden Fällen führt der Auftrag (Antrag nach § 145 BGB) und dessen Annahme (§ 147 BGB) durch den Kunstexperten zu einem vertraglichen Schuldverhältnis (§ 311 Abs. 1 BGB), innerhalb dessen den Kunstexperten vertragliche Pflichten treffen...

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