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Sprachliche Variation in autobiographischen Interviews

Theoretische und methodische Zugänge

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Edited By Ingrid Schröder and Carolin Jürgens

Der Band dokumentiert die Beiträge eines Workshops im Rahmen des Projekts «Einstellungen gegenüber regionalen Sprachformen in der Großstadt: Niederdeutsch in Hamburg (NiH)». Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten und Grenzen sprachbiographischer Analysen, wobei vornehmlich theoretische Grundlagen und Methoden diskutiert wurden. Eine wesentliche methodische Differenz besteht in der Fokussierung des Inhaltes von Sprachbiographien im Unterschied zur Fokussierung der sprachlichen Form und damit der Konstruktion von Biographien und Identitäten. So spielen sowohl inhalts- wie auch gesprächs- und narrationsanalytische Ansätze eine Rolle. Sprachbiographische Modellbildungen stehen neben exemplarischen Analysen von autobiographischen Erzählungen, die von Mehrsprachigkeit und Varietätenkontakt geprägt sind.

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Lebenslauf und Sprachbiographie. Versuch einer sprachbiographischen Modellbildung aus dialektologischer Perspektive (Andreas Bieberstedt)

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Andreas Bieberstedt (Rostock)

Lebenslauf und Sprachbiographie. Versuch einer sprachbiographischen Modellbildung aus dialektologischer Perspektive

Abstract: The paper focuses on theoretical aspects of language biographies from a dialectological point of view. It discusses basic concepts from the linguistic field of language biography research such as the differentiation between linguistic life history and language biography and describes language biographies as cognitive and narrative constructs. The theoretical discussion is illustrated by case examples from a biographical study with 73 Low German dialect speakers from the Hamburg community of Kirchwerder. Special focus is therefore laid on the diglossic situation in Northern Germany with its coexistence of High German standard language and Low German dialect.

1  Einleitung

Seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts etablieren sich sprachbiographische Ansätze, bei denen die subjektive Sichtweise linguistischer Laien auf ihren sprachlichen Lebenslauf im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht, zunehmend auch in der germanistischen Linguistik. Obgleich gegenwärtig noch nicht von einer Sprachbiographieforschung im Sinne einer etablierten linguistischen Teildisziplin gesprochen werden kann und die vorliegenden Studien konzeptionell wie methodisch äußerst heterogen sind, werden sprachbiographische Methoden bereits erfolgreich in verschiedenen Bereichen der Spracherwerbs-, der Mehrsprachigkeits- und der linguistischen Einstellungsforschung sowie der Variationslinguistik eingesetzt und liefern dort relevante Aufschlüsse über den Einfluss lebensgeschichtlicher Faktoren auf Spracherwerb, Sprachgebrauch und Sprachbewertungen. Auch in der Dialektforschung finden im Zuge der Etablierung einer modernen „Sprecherdialektologie“ seit dem Ende der 1990er Jahre sprachbiographische Verfahren Eingang, die den variativen Gebrauch regional- und standardsprachlicher Formen...

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