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Ausbau mehrsprachiger Repertoires im Two-Way-Immersion-Kontext

Eine ethnographisch-linguistische Langzeituntersuchung in einer deutsch-italienischen Grundschulklasse

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Reseda Streb

Anhand empirischer Daten geht die Autorin der Frage nach, wie Kinder gleichzeitig in zwei Sprachen lesen, schreiben und sprechen lernen. Über einen Zeitraum von vier Jahren erhob sie Daten, um die bilinguale Sprachpraxis in einem deutsch-italienischen Two-Way-Immersion-Projekt zu untersuchen.

Unter der Annahme, dass sich Repertoires durch sprachliches Handeln ausbauen und umformen, analysiert sie die im Unterrichtskontext und in Interviews entstandenen Beobachtungen im Zusammenhang mit den persönlichen Daten der SprecherInnen. Dabei kommt die Autorin zu dem Ergebnis, dass der Sprachausbauprozess sehr individuell verläuft und die Two-Way-Immersion hierbei eine Methode ist, sprachlicher Heterogenität in der Klasse gerecht werden zu können.

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4.2.3. Zwischenfazit

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Die Sprachpraxis lässt sich anhand unterschiedlicher Perspektiven betrachten und diskutieren. Für die vorliegende Analyse wurden die SprecherInnenperspektive und die Ausbauangebote als Parameter gewählt. Der Einfluss der TWI auf die Sprachpraxis ist sowohl in Bezug auf die SprecherInnenperspektive als auch auf die Ausbauangebote deutlich zu erkennen. Das Prinzip UPUL gibt eine deutliche Struktur vor, die bei Bedarf von den LehrerInnen aber immer wieder aufgebrochen und ihren Bedürfnissen entsprechend flexibel gehandhabt wird (flexible UPUL). Diese Flexibilität beginnt bereits bei der Kommunikation zwischen den LehrerInnen. Da die Italienischkenntnisse von Frau Schmidt für die alltägliche oder die klassenbezogene Kommunikation nicht ausreichend sind, müssen ihre italienisch-deutsch-sprachigen KollegInnen im gemeinsamen Gespräch auf die deutsche Sprache zurückgreifen. Dass in dieser Situation nicht auf das Italienische zurückgegriffen wird und Frau Schmidt ihre Italienischkenntnisse nicht weiter ausbaut, ist dem Faktor der Umgebungssprache Deutsch zuzuschreiben.

Die Strategien der einzelnen LehrerInnen gegenüber den SchülerInnen unterscheiden sich voneinander. Frau Schmidt spricht mit ihren KollegInnen sowie mit den SchülerInnen immer Deutsch. Dass ihr Repertoire auch Ressourcen aus ← 184 | 185 → dem Griechischen umfasst, findet durch die sprachliche Begrenzung des Projekts auf die Partnersprachen Italienisch und Deutsch kaum Berücksichtigung. Bei der Besprechung griechischer Mythen sowie einiger Fachbegriffe ist es Frau Schmidt möglich, den Kindern Zutritt zu Wissen zu schaffen, indem sie ihr griechisches Sprachwissen miteinbezieht. Als Kommunikationssprache fällt das Griechische im beobachteten Klassenkontext aber aus, da außer Frau Schmidt keine weiteren SprecherInnen auf...

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