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Ausbau mehrsprachiger Repertoires im Two-Way-Immersion-Kontext

Eine ethnographisch-linguistische Langzeituntersuchung in einer deutsch-italienischen Grundschulklasse

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Reseda Streb

Anhand empirischer Daten geht die Autorin der Frage nach, wie Kinder gleichzeitig in zwei Sprachen lesen, schreiben und sprechen lernen. Über einen Zeitraum von vier Jahren erhob sie Daten, um die bilinguale Sprachpraxis in einem deutsch-italienischen Two-Way-Immersion-Projekt zu untersuchen.

Unter der Annahme, dass sich Repertoires durch sprachliches Handeln ausbauen und umformen, analysiert sie die im Unterrichtskontext und in Interviews entstandenen Beobachtungen im Zusammenhang mit den persönlichen Daten der SprecherInnen. Dabei kommt die Autorin zu dem Ergebnis, dass der Sprachausbauprozess sehr individuell verläuft und die Two-Way-Immersion hierbei eine Methode ist, sprachlicher Heterogenität in der Klasse gerecht werden zu können.

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7.2.4.4. 4/3-OL

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Elemente zur Textstrukturierung

Der mündliche Teil von Micheles Erzählung ist eher dialogisch aufgebaut, da er sich an einige wichtige Aspekte der Geschichte nicht mehr zu erinnern scheint, und er bei der Interviewerin die Details nachfragt. Hierzu gehört zum Beispiel, dass der Hund nicht frei ist (was durch die Kettenwunde am Hals ersichtlich wird), der Wolf aber frei sein möchte. Die Handlungen strukturiert Michele im Mündlichen anhand von parataktischem „poi“ (dt. dann), „e“ (dt. und) und „invece“ (hier dt. hingegen, aber), aber auch hypotaktischem „che“ (hier dt. dass), „peRche“ (hier dt. weil).

Im schriftlichen Text variiert Michele die Konjunktionen so, dass jede von ihnen nur einmal vorkommt. Dabei verwendet er auch solche, wie „Dopo di ché“ (für it. dopodiché, dt. danach, schließlich) oder „Quindi“ (hier dt. also, daraufhin), die er in der mündlichen Version nicht verwendet hat. Im Text kommt einmal wörtliche Rede vor, die der Schüler anhand von Anführungszeichen markiert (Z.103). Eine für Geschichten typische Abschlussformel verwendet Michele im Rahmen dieser Sprachstandserhebung nicht.

Verwendete Erzählzeiten

Während der mündliche Teil im Präsens erzählt ist, hat Michele die schriftliche Version ins passato remoto und in den imperfetto gesetzt, die für das Genre verlangten Zeitformen. Hier nimmt der Schüler demnach eine konkrete Änderung zwischen den beiden Versionen vor, indem er die schriftliche nach literaten Regeln gestaltet. Die Breite an verwendeten Verben und die normkonforme Konjugation der...

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