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Historische und systematische Fallstudien in Religion und Politik vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert

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Edited By Arno Strohmeyer and Lena Oetzel

Das Buch untersucht in unterschiedlichen räumlichen Kontexten den Zusammenhang von Religion und Politik vom 7. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit. Aus historischer, theologisch-systematischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive werden die Verflechtung der Religion mit Macht und Gewalt sowie der Umgang mit religiöser Pluralität in der Vergangenheit vor Augen geführt. Besondere Aufmerksamkeit finden die Weltreligionen Christentum und Islam. Die AutorInnen analysieren die Wurzeln aktueller Problemlagen und die vielfältige politische Instrumentalisierung des Religiösen sowie die Grundkonstellationen im historischen Wandel.

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Die „Wahrheit“ von Religion(en) und die „Freiheit“ der Gesellschaft. Eine systematisch-theologische Analyse (Franz Gmainer-Pranzl)

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Franz Gmainer-Pranzl

Die „Wahrheit“ von Religion(en) und die „Freiheit“ der Gesellschaft. Eine systematisch-theologische Analyse

Abstract: Conflicts between religion and politics do not follow logical patterns. They arise in different ways depending on the societal model; the way they develop depends on discourse between the parties involved. This contribution advocates a post-secular perspective, where secular and religious citizens enter into reciprocal processes of learning. The ‘truth’ of religion(s) is not opposed to the ‘freedom’ of society; rather, it is a resource that contributes (self-)critically and dialogically to a plural society.

Eine systematisch-theologische Analyse des Spannungsverhältnisses von Religion und Politik sieht sich in besonderer Weise von der Kritik der Aufklärung sowie von der Religionskritik der vergangenen beiden Jahrhunderte herausgefordert, dass die „Wahrheit“ der Religion(en), die „Freiheit“ des Einzelnen sowie der Gesellschaft bedrohe.1 Religiöse Wahrheitsansprüche – so die Kritik – hätten damals und heute die Autonomie des Menschen, kulturelle und wissenschaftliche Entwicklungen sowie politische Emanzipation erschwert oder überhaupt verhindert. Insofern sich die katholische Theologie seit geraumer Zeit mit dieser Kritik auseinandersetzt,2 betrachtet sie das Spannungsverhältnis von Religion und Politik nicht bloß von außen, sondern nimmt in gewisser Weise an diesem Konflikt selbst teil. Die Spannungs- und Konfliktgeschichte zwischen Religion und Politik wird für die Theologie zu einer durchaus bedrängenden Frage, versteht sie sich doch als Diskurs einer radikalen Erfahrung von Freiheit, die sich von der Macht- und Unfreiheitsgeschichte des Christentums gewisserma...

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