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Historische und systematische Fallstudien in Religion und Politik vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert

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Arno Strohmeyer and Lena Oetzel

Das Buch untersucht in unterschiedlichen räumlichen Kontexten den Zusammenhang von Religion und Politik vom 7. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit. Aus historischer, theologisch-systematischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive werden die Verflechtung der Religion mit Macht und Gewalt sowie der Umgang mit religiöser Pluralität in der Vergangenheit vor Augen geführt. Besondere Aufmerksamkeit finden die Weltreligionen Christentum und Islam. Die AutorInnen analysieren die Wurzeln aktueller Problemlagen und die vielfältige politische Instrumentalisierung des Religiösen sowie die Grundkonstellationen im historischen Wandel.

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Religion und Politik bei Thomas Bernhard (Gregor Thuswaldner)

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Gregor Thuswaldner

Religion und Politik bei Thomas Bernhard1

Abstract: This essay analyses the intersection of religion and politics in Thomas Bernhard’s works beginning with his first novel Frost (1963) to his last novel Auslöschung (1988). In his oeuvre, Bernhard (1931–1989) consistently criticized the unholy alliance between National Socialism and Roman Catholicism, which he saw as a typical Austrian phenomenon.

„In Österreich“, so urteilte der Journalist Peter Kümmel in der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit, „ist Bernhard inzwischen der einzige Konkurrent Mozarts“.2 Thomas Bernhard braucht in Österreich kaum eine längere Einleitung. Sogar 28 Jahre nach dem Tod des Autors verbindet man Skandalträchtiges mit seinem Namen. Das hat allerdings nicht mehr mit Bernhards provokanten Texten zu tun, die man seit den 1990er Jahren als Gaudium feiert, sondern mit seinem Halbbruder Peter Fabjan, dem Nachlassverwalter. Anfang 2015 wechselte das Thomas-Bernhard-Archiv überraschend von Gmunden nach Wien. Peter Fabjan wollte nämlich die wissenschaftliche Aufarbeitung des Nachlasses, die das Land Oberösterreich und die Universität Salzburg unter der Leitung von Martin Huber gemeinsam vorangetrieben hatten, nicht weiter fortsetzen. War es bisher WissenschaftlerInnen ohne Probleme möglich, Bernhards Nachlass einzusehen und von der beachtlichen Bibliothek, die das Bernhard-Archiv in Gmunden bereithielt, Gebrauch zu machen, stellen sich nun gewisse Hürden in den Weg. Nur wer mit einem „begründeten wissenschaftlichen Interesse“ an die Thomas-Bernhard-Privatstiftung herantritt, habe die Möglichkeit, am Nachlass zu arbeiten, ← 197 | 198 → der an einem geheim gehaltenen...

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