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Translation Studies and Translation Practice: Proceedings of the 2nd International TRANSLATA Conference, 2014

Part 2

Series:

Edited By Lew N. Zybatow, Andy Stauder and Michael Ustaszewski

TRANSLATA II was the second in a series of triennial conferences on Translation and Interpreting Studies, held at the University of Innsbruck. The series is conceptualized as a forum for Translation Studies research. This volume includes selected contributions on translation theory and general issues in Translation Studies, as well as on translation theory and translation practice. The contributors focus also on literary translation, contrastive linguistics and the relation between semantics and cognition, as well as the relation between text, context and culture. The book also regards the translation process, the competence and quality of translation and professional aspects in translation and interpreting.

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Die Translationswissenschaft in Estland im Spagat zwischen Neuphilologien und Semiotik (Terje Loogus)

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Terje Loogus, Universität Tartu

Die Translationswissenschaft in Estland im Spagat zwischen Neuphilologien und Semiotik

Abstract: Der Beitrag gibt einen Überblick über die Entwicklung der estnischen Translationswissenschaft sowie der akademischen Ausbildung zum Übersetzer und Dolmetscher seit der Wiedererlangung der Selbständigkeit und analysiert die gegenwärtige Lage der Translatologie unter den Geisteswissenschaften.

1. Estland als übersetzende Kultur

Estland, ein Land im Nordosten Europas mit 1,3 Millionen Einwohnern, von denen etwa eine Million estnischsprachig ist, kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: Die wechselnde Zugehörigkeit des Landes zum dänischen, deutschen, schwedischen und russischen Herrschaftsgebiet hat Spuren hinterlassen, die heute noch überall anzutreffen sind. Wegen der geringen Anzahl an Sprechern und des geringen Status der estnischen Sprache in den Augen der jeweiligen Machthaber entstand die estnische Literatur relativ spät. Die ersten estnischen Texte stammen aus dem 16. Jahrhundert und für die ersten 200 Jahre der estnischen Literatur waren die Autoren fast ausnahmslos deutsche Geistliche, für die das Estnische Fremd- oder Zweitsprache war (Sutrop 2005, 16). Die estnische Schriftsprache entwickelte sich im Zuge der Bibelübersetzung und die ersten estnischen Grammatiken wurden im 17. Jahrhundert in deutscher Sprache verfasst (ibid.). Schon diese wenigen Fakten zeigen, dass die estnische Kultur schon immer eine übersetzende Kultur gewesen ist: Sie hat ihren Ursprung in Übersetzungen und übersetzte Literatur bildet auch heute einen wichtigen Teil der estnischen Kultur. Im Jahre 2013 betrugen Übersetzungen 40 % aller in Estland erschienenen estnischsprachigen Bücher, wobei...

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