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Friesische Händler und der frühmittelalterliche Handel am Oberrhein

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Jens Boye Volquartz

Die Studie befasst sich mit dem oberrheinischen Ausläufer des sonst eher im Nordseeraum wahrgenommenen Friesenhandels. Die friesischen Handelsaktivitäten als Vorgänger des Hansehandels annehmend analysiert der Autor die Handelsorganisation der Friesen fern ihrer Heimatregion und die Interdependenzen zwischen dem von ihnen getragenen Fernhandel und der städtischen Entwicklung der oberrheinischen Bischofsstädte Mainz, Worms, Straßburg und Basel. Die Ergebnisse veranschaulichen nicht bloß Handelsrouten, Logistik, Warensortiment und Vertriebssystem friesischer Händler auf der Rheinroute, sondern auch deren Wirkung am Oberrhein, insbesondere hinsichtlich der Ausprägung eines zur frühmittelalterlichen Zeit einzigartigen Städtetypus, dessen Spuren noch heute im Stadtbild sichtbar sind.

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1. Einleitung

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1.   Einleitung

Im Fokus der vorliegenden Arbeit stehen die Handelsaktivitäten am Ober-rhein und ihr Einfluss auf die Stadtentwicklung in dieser Region im Frühmittelalter sowie die spezifische Rolle der friesischen Händler im damaligen regionalen Handelssystem. Den zeitlichen Rahmen bilden die beiden parallel verlaufenden Entwicklungen im Bereich des Handels und in der Stadtentwicklung. Der frühmittelalterliche Handel in den rheinischen Gebieten war geprägt vom plötzlichen Erscheinen der friesischen Händler am Oberrhein ab der Mitte des 8. Jahrhunderts. Gleichzeitig kam es zur Bildung fester Kaufmannssiedlungen, die sich aus saisonalen Ufermärkten entwickelten. Diese Handelsplätze waren einerseits eng mit dem Fernhandel verflochten, andererseits bildeten sie einen neuen „Siedlungskern“1 vor den Mauern der großen Rheinstädte. Mit der Einbeziehung dieser Kaufmannssiedlungen in die Ummauerung der civitates oder ähnlichen Veränderungen der städtischen Topographie setzten Prozesse ein, die zur Ablösung der Friesen als dominierende Fernhändler in den oberrheinischen Bischofsstädten führten. Sie wurden im 10. Jahrhundert zuerst durch jüdische Händler und „mit dem Beginn der großen ma. Expansion an der Wende vom 10. zum 11. Jh.“2 durch „Hanseaten, Flamen und Engländer“3 abgelöst. Diese Entwicklungen zwischen dem 8. und dem 10. Jahrhundert sind Gegenstand der in der vorliegenden Arbeit durchgeführten Untersuchungen.

Geographisch wird der Untersuchungsraum im Wesentlichen auf den Oberrhein beschränkt. Er wird durch „die oberrheinische Tiefebene zwischen Basel und Mainz“4 abgesteckt, wo sich als wesentliche...

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