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Friesische Händler und der frühmittelalterliche Handel am Oberrhein

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Jens Boye Volquartz

Die Studie befasst sich mit dem oberrheinischen Ausläufer des sonst eher im Nordseeraum wahrgenommenen Friesenhandels. Die friesischen Handelsaktivitäten als Vorgänger des Hansehandels annehmend analysiert der Autor die Handelsorganisation der Friesen fern ihrer Heimatregion und die Interdependenzen zwischen dem von ihnen getragenen Fernhandel und der städtischen Entwicklung der oberrheinischen Bischofsstädte Mainz, Worms, Straßburg und Basel. Die Ergebnisse veranschaulichen nicht bloß Handelsrouten, Logistik, Warensortiment und Vertriebssystem friesischer Händler auf der Rheinroute, sondern auch deren Wirkung am Oberrhein, insbesondere hinsichtlich der Ausprägung eines zur frühmittelalterlichen Zeit einzigartigen Städtetypus, dessen Spuren noch heute im Stadtbild sichtbar sind.

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4. Schlussbetrachtung

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4.   Schlussbetrachtung

Die vorliegende Arbeit widmete sich den oberrheinischen Handelsaktivitäten und ihrem Einfluss auf die Stadtentwicklung der fünf Bischofsstädte am Oberrhein im Frühmittelalter. Als besonderer Faktor innerhalb des damaligen regionalen Handelssystems wurde die Rolle der friesischen Händler näher behandelt. In einem ersten Schritt wurde zur genaueren Untersuchung und als möglicher Ausgleich der spärlichen Quellen ein Theoriekomplex bestehend aus zusammengeführten Theorien und Entwicklungsmodellen zu unterschiedlichen Teilbereichen der Handels- und Stadtentwicklungsgeschichte erstellt. In einem zweiten Schritt wurden, anhand dieses Theoriekomplexes, die oberrheinischen Handelsaktivitäten untersucht, insbesondere hinsichtlich des Anteils der friesischen Fernhändler. Eine Bündelung beider Arbeitsschritte fand schließlich bei der Analyse der frühmittelalterlichen Stadtentwicklung der Bischofsstädte Mainz, Worms, Speyer, Straßburg und Basel statt.

Als Ergebnis des ersten Arbeitsschrittes lässt sich festhalten, dass es möglich war, verschiedene Theorien und Entwicklungsmodelle von unterschiedlichen Autoren miteinander zu verbinden, um einen Analyseansatz mit höherer Reichweite zu schaffen. Begonnen wurde mit der Netzwerkstruktur des Handels nach Ewert/Selzer, die sich, obwohl sie an ein spätmittelalterliches Beispiel angepasst wurde, ebenfalls als auf das Frühmittelalter anwendbar herausstellte. Neben den Beispielen der Maghribi Trader nach Selzer/Ewert und der südgallischen Juden und Syrer nach Ellmers konnten in der vorliegenden Arbeit auch die friesischen Fernhändler mit einer solchen Handelsform in Verbindung gebracht werden. So konnte gezeigt werden, dass sich bereits mit der von Ellmers geschilderten Entwicklung von landsässigen zu stadtsässigen Wanderh...

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