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Stadtbürgerliche Verwandtschaft und kirchliche Macht

Karrieren und Netzwerke Lübecker Domherren zwischen 1400 und 1530

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Anja Voßhall

Diese Untersuchung folgt der jüngeren Dom- und Stiftskapitelforschung, die sich der Verflechtungsanalyse bedient. Die Studie wendet diesen sozialgeschichtlichen Forschungsansatz erstmals auf ein norddeutsches, stadtbürgerlich geprägtes Domkapitel an. Die übergeordnete These fragt nach den Besetzungsmechanismen am Lübecker Kapitel zwischen 1400 und 1530. Auf der Grundlage eines Personenkatalogs werden Herkunft und Karrieren der Domherren untersucht. Wesentlichen Anteil nimmt die Analyse der sozialen Verflechtungen der Kleriker in Lübeck, in der Region, an den Universitäten und in Rom. Der päpstliche Einfluss und die Präsenz der Kanoniker am Tiber wird erstmals gleichgewichtet berücksichtigt. So gelingt es, das Bild der «Kurienferne» für das Lübecker Domkapitel deutlich zu korrigieren.

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E.II.3 Vier Lübecker Kanoniker zusammen in Rom – Dietrich von Calven, Heinrich Pomert, Heinrich Gherwer und Dietrich Clinckrade

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E.II.3 Vier Lübecker Kanoniker zusammen in Rom – Dietrich von Calven, Heinrich Pomert, Heinrich Gherwer und Dietrich Clinckrade

Für einige Kleriker, die zu den Domkapitularen in Lübeck zählten, lässt sich aufgrund einer dichten Überlieferung ein präziseres Bild ihrer Tätigkeiten und Interaktionen an der päpstlichen Kurie und in Rom zeichnen. Zur Mitte des 15. Jahrhunderts, genauer seit den 1450er Jahren, ließen sich vier Norddeutsche am Tiber nieder, die hier näher vorgestellt werden sollen. Für keine andere Gruppe im hier interessierenden Zeitraum erlauben die Quellen in gleicher Weise einen Eindruck von den geschäftlichen Tätigkeiten und sozialen Beziehungen parallel an der Kurie residierender Lübecker Kanoniker. Es handelt sich um den Hamburger Dietrich Clinckrade, den Lübecker Heinrich Gherwer, den aus Lübeck oder Itzehoe stammenden Dietrich von Calven und←250 | 251→ Heinrich Pomert aus der Diözese Lübeck.1500 Jeder dieser Kleriker konnte am Ende seines Lebens auf ein bedeutendes Pfründenkorpus blicken, das nicht nur Vikarien und Kanonikate an Kollegiats- und Bischofskirchen umfasste, sondern ebenso Archidiakonate und höhere Prälaturen etwa in Halberstadt, Bremen oder Hamburg und nicht zuletzt auch in Lübeck.1501 Katalysator für diese Karrieren war insbesondere die Nähe zur Kurie, zu den Kurialen und zu den in Rom sporadisch Anwesenden, die Nachrichten über erledigte Benefizien aus den Diözesen brachten. Gleichermaßen unterstützen die vier als Prokuratoren in Rom andere Kleriker auf deren Wegen zur Pfründe.

Am...

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