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Studien zur Sprache Eikes von Repgow

Ursprung – Gestalt – Wirkungen

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Jörn Weinert

Diese Arbeit wurde 2016 mit dem Christian-Wolff-Preis der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und 2017 mit dem Theodor-Frings-Preis der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und der Universität Leipzig ausgezeichnet.

 

Eike von Repgow gilt als Verfasser des bedeutendsten deutschen Rechtsbuches. Im Rahmen philologischer Untersuchungen wird jedoch deutlich, dass seine Autorschaft für die lehnrechtlichen Teile des zwischen 1220 und 1235 entstandenen «Sachsenspiegels» unsicher ist. Mit Bezug auf die landrechtlichen Abschnitte fragt diese Untersuchung, ob die Sprache des Werkes näher zu verorten ist und wo es entstand. Im Blickpunkt steht dabei das Verhältnis sprachlicher Kennzeichen der ältesten Textzeugen zu weiteren Quellen, die dem Lebensumfeld des Autors zuzuordnen sind. Auf dieser Grundlage wird dargelegt, inwieweit die sprachliche Individualität des Verfassers aufgrund der breiten Rezeption seines Buches in späteren Sprachstufen des Deutschen Spuren hinterließ.

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1 Fragestellungen und Vorgehensweise, Grundlagen und Quellen

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Die Ausstrahlungskraft des so genannten Sachsenspiegels1 machte seinen Ver- fasser zu einem der bekanntesten Textschaffenden des Mittelalters2� Seine For- mulierungen wurden tausende Male abgeschrieben und umgestaltet� Seine Sätze wurden in einem Zeitraum von mehr als sieben Jahrhunderten immer wieder zitiert, wenn es darum ging, Recht zu finden,3 in vielen Orten eines Gebietes, das 1 Zitiert wird, sofern nicht anders angegeben, nach: Sachsenspiegel, Landrecht, hg� v� Karl August Eckhardt (MGH Fontes iuris N�S� 1�1), Göttingen 1973 [im Folgenden: Ldr�] und Sachsenspiegel, Lehnrecht, hg� v� dems� (MGH Fontes iuris N�S� 1�2), Hannover 1973 [im Folgenden: Lnr�]� Allerdings hat die in den grundlegenden Editionen Karl August Eckhardts vorgenommene Einteilung der Überlieferung, die auf der Annahme älterer und jüngerer Textschichten beruht, zunehmende Kritik erfahren (vgl� insb�: Christa Bertelsmeier-Kierst: Kommunikation und Herrschaft� Zum volkssprachlichen Verschriftlichungsprozess des Rechts im 13� Jahrhundert (ZfdA, Beiheft 9), Stuttgart 2008, S� 98ff�)� Zudem basiert die sprachliche Gestalt der genannten Ausgaben auf Rekonstruktionen, die teilweise sehr unsicher sind (vgl� Ruth Schmidt-Wiegand: Überlieferungs- und Editionsprobleme deutscher Rechtsbücher, in: Methoden und Probleme der Edition mittelalterlicher deutscher Texte: Bamberger Fachtagung 26�-29� Juni 1991, hg� v� Rolf Bergmann, Kurt Gärtner, Tübingen 1993 (Beihefte zu Editio 4), S� 63–81, hier: S� 70 und die dort angegebene weiterführende Literatur; vgl� zur Thematik bereits: Karl Bischoff: Rez� zu: Karl August Eckhardt� Sachsenspiegel� Quedlinburger Handschrift, in: AfdA 69 (1957), S� 153–160)� Die etablierte Werkbezeichnung „Sach- senspiegel“, die sehr wahrscheinlich nicht in die Entstehungszeit des...

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