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Österreichische Landesausstellungen

Entstehung, Funktion & regionale Bedeutung

Regina Stein

Nahezu jeder in Österreich kennt sie: Landesausstellungen. Doch weshalb und durch wen werden sie organisiert und was macht sie so besonders? Seit wann und an welchen Orten finden Landesausstellungen statt und welchen Nutzen bringen sie in der Peripherie? Auf welche Weise verändern sie Blickwinkel – und sind Landesausstellungen heute nicht eigentlich überholt?

Diesen und anderen Fragen geht die Autorin in ihrer Studie nach: Sie befragt Ausstellungskuratoren und Kulturpolitiker, Architekten und Gestalter, Denkmalpfleger und Tourismusplaner, recherchiert auf Burgen, in Museen, Archiven, Klöstern, Kirchen, Gärten, Bergwerken und Kasematten – und stößt auf ein facettenreiches und buntes Bild lebendiger regionaler Identitäten, die zusammen eines ausmachen: das Kulturland Österreich.

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C. Der musealisierende Blick – Museologisches Profil „Landesausstellung“

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Landesausstellungen benötigen zu ihrer Wirksamkeit Raum, Form und Öffentlichkeit. Typisch für Landesausstellungen ist die Veranstaltung in einem historisch bedeutsamen Gebäude, das renoviert und revitalisiert wird. Ob die Spezifik von Landesausstellungen an einer bestimmten gestalterischen Formenentwicklung festzumachen ist, wird eine exemplarische Untersuchung der Ausstellungsgestaltung, wie sie in den Katalogen dokumentiert ist, zeigen. Der Katalog selbst ist das einzige Produkt, das gezielt auf eine längere „Lebensdauer“ hin ausgerichtet ist als die temporäre Landesausstellung selbst. Daher ist von Interesse, ob nur die Ausstellungsthemen in wissenschaftlichen Abhandlungen festgehalten werden oder ob auch die Ausstellung selbst als Medium dokumentiert wird. Darüber hinaus ist eine Ausstellung ohne Besucher wirkungslos. Daher sind Landesausstellungen – wie andere Veranstaltungen auch – auf Werbung und Information der Öffentlichkeit angewiesen. Und nicht zuletzt ist bei einer solchen Untersuchung die Berücksichtigung jener verschiedenen Blickwinkel entscheidend, unter denen Landesausstellungen fokussiert werden. Denn es ist festzustellen, dass sich das Profil des Typus „Landesausstellung“ nach und nach wie ein Mosaik aus vielen kleinen Steinchen zusammensetzen lässt – aus Statements, Erfahrungsberichten, Beschreibungen über die Fortentwicklung von Museums- und Ausstellungstechniken, wie sie sich in den Berichten von Kunsthistorikern, Historikern, Archivaren, Architekten, Politikern etc. über Landesausstellungen im „Mitteilungsblatt der Museen Österreichs“540 widerspiegeln.

Von Interesse wird daher auch die Betrachtung des Zusammenspiels von Museen, anderen Kulturinstitutionen und Landesausstellungen sein: Wie ist das Verhältnis von Landesausstellungen zu Museen? Es wäre nahe liegend anzunehmen, dass die Organisation von Landesausstellungen in den Zuständigkeitsbereich der Landesmuseen fallen und auch inhaltlich...

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