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Österreichische Landesausstellungen

Entstehung, Funktion & regionale Bedeutung

Regina Stein

Nahezu jeder in Österreich kennt sie: Landesausstellungen. Doch weshalb und durch wen werden sie organisiert und was macht sie so besonders? Seit wann und an welchen Orten finden Landesausstellungen statt und welchen Nutzen bringen sie in der Peripherie? Auf welche Weise verändern sie Blickwinkel – und sind Landesausstellungen heute nicht eigentlich überholt?

Diesen und anderen Fragen geht die Autorin in ihrer Studie nach: Sie befragt Ausstellungskuratoren und Kulturpolitiker, Architekten und Gestalter, Denkmalpfleger und Tourismusplaner, recherchiert auf Burgen, in Museen, Archiven, Klöstern, Kirchen, Gärten, Bergwerken und Kasematten – und stößt auf ein facettenreiches und buntes Bild lebendiger regionaler Identitäten, die zusammen eines ausmachen: das Kulturland Österreich.

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Das Stift als Modell einer Epoche – „Die Welt des Barock“ (1986)

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Mit der Ausstellung „Die Welt des Barock“ kehrten die oberösterreichischen Landesausstellungen 1986 zum 300jährigen Jubiläum der Grundsteinlegung für die Stiftskirche, die den Baubeginn des Stiftes St. Florian kennzeichnet, wieder an den Ort der ersten oberösterreichischen Landesausstellung zurück. Anlässlich dessen wurden im ersten Obergeschoss mit Kaisersaal und Bibliothek die reichen Kunstsammlungen aus Mittelalter und Barock in wissenschaftlicher Überarbeitung nach modernen Gesichtspunkten neu präsentiert. Das zweite Obergeschoss war der Landesausstellung gewidmet, darunter auch die Räume des Leopoldinischen Traktes, die (ebenso wie die gotische Stiftssammlung) erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden: „Das Neue an der Ausstellung liegt darin, daß sie kein eigenes Konzept verfolgt, sondern dem großen ideologischen Programm des Stiftes dienen möchte.“984 Im Vordergrund stand die Sichtbarmachung des Barockgedankens in Architektur und Stiftsgeschichte, der Umsetzung eines geistigen Konzepts in Stein und bis heute prägende Geisteshaltung in einer kulturgeschichtlichen Ausstellung, die Religion und Kunst, Politik und Wissenschaft, das Leben der Leute und Wirtschafts- und Sozialstrukturen im Umfeld eines Stiftes umfasste: „Das Stift ist mehr als Barockfassade“985.

Die Gemeinde nutzte Landesmittel für die dringend benötigten Renovierungen und Sanierungen im Ort und am Stiftsgebäude anlässlich der neuen Landesausstellung.986 Die inzwischen als „klassisch“ zu bezeichnenden grundlegenden Leitgedanken, über die sich nicht nur oberösterreichische Landesausstellungen definieren, spiegeln sich auch in der Eröffnungsrede des Landeshauptmanns Josef Ratzenböck wieder: „wertvolle Baudenkmäler nicht nur zu restaurieren, sondern sie wieder in den Kreislauf einzubinden,...

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