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Die Abgeordneten des Preußischen Landtags 1919–1933

Biographie – Herkunft – Geschlecht

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Barbara von Hindenburg

Die Studie befasst sich mit den Abgeordneten, die zwischen 1919 und 1933 in die Verfassunggebende Preußische Landesversammlung und den Preußischen Landtag gewählt wurden. Unter den knapp 1.400 Abgeordneten waren nach der 1918 erfolgten Einführung des Frauenwahlrechts erstmals auch Parlamentarierinnen. Die Herkunft der Abgeordneten bis zu ihrem Einzug in den Landtag wird in fraktions- und erstmals in geschlechtervergleichender Perspektive analysiert. Eine Grundlage der Analyse sind die Biographien der Abgeordneten, die von der Verfasserin zugleich in einem ‚Biographischen Handbuch‘ vorgelegt werden. Die Untersuchung wendet die zentralen Kategorien ‚historische und familiale Generation‘ sowie ‚Raum‘ an.

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I. Einführung

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I.  Einführung

„Machen Sie sich doch ganz klar, meine Herren, daß nicht nur die obligatorische Staatsform, sondern auch der Männerstaat zusammengebrochen ist; wenn jetzt überall Frauen zur Freiheit und zur verantwortlichen legitimen Mitarbeit im Staate gelangen, so ist dies ein geschichtliches Ereignis von sehr großer Tragweite“. Margarete Heine am 12.12.1919 in der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung.1

„…, daß zum erstenmale in diesem Hause eine Frau als Abgeordnete des preußischen Volkes spricht. (Bravo!) Das ist eine Erfüllung für uns alle, die wir seit langer Zeit, seit mehr als einem Menschenalter die Alten unter uns, in dem Kampfe für die Gleichberechtigung der Frauen stehen.“ Margarete Poehlmann am 19.3.1919 in der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung.2

Als Margarete Heine (1872–1940, MdL/DDP) diese Rede in der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung hielt, blickte sie auf ein Jahr seit Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland zurück. Erstmals konnten Frauen seit 1918/1919 selber wählen und in die Parlamente gewählt werden. Margarete Heine verband damit die Umformung des männlich dominierten Staates zu einem Staat, den beide Geschlechter verantwortlich mitgestalteten. Margarete Poehlmann (1856–1923, MdL/DVP) spielte in ihrer Rede zugleich auf eine biographische Komponente an: das jahrelange Engagement vieler Frauen für die Durchsetzung von Frauenrechten und hier vor allem des Wahlrechts.

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