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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Postexperimentelles Schreiben. Das erzählerische Werk Friederike Mayröckers von 1973 bis 1978 (Michael Fisch)

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Michael Fisch (Kairo, Ägypten)

Postexperimentelles Schreiben. Das erzählerische Werk Friederike Mayröckers von 1973 bis 1978

Mit der Veröffentlichung von je ein umwölkter gipfel (1973) distanzierte sich Friederike Mayröcker von den frühen Versuchen, Poesie und Prosa in der Tradition der Wiener Gruppe und deren Umfeld zu schreiben. Sie war bereits früh von den Surrealisten beeindruckt und ebenso früh lernte sie die Wiener Schule von Hans Carl Artmann, Gerhard Rühm und Ernst Jandl kennen, allerdings bewegte sie sich immer eigenständig und verachtet es bis heute, wenn man ihre Texte als konkrete Literatur bezeichnet. Vielmehr sieht sie sich als eine Autorin, deren Leben im Schreiben gefangen ist und deren Existenz in der Literatur zur wahrhaftigen Selbstentblößung wird.

Es hat mir einfach keinen Spaß mehr gemacht. Ich habe es irgendwie als langweilig empfunden. Das heißt natürlich nicht, dass ich nicht auch in den Büchern danach noch mit Montagetechnik gearbeitet habe. Das habe ich alles beibehalten, nur bin ich vom rein Experimentellen mehr hingegangen zu einer Erzählhaltung, obwohl ich mich eigentlich in Interviews immer dagegen gesträubt habe, meine Arbeit als Erzählung zu bezeichnen. (Mayröcker 1984, S. 267 f.)

Das Jahr 1973 wurde von der Literaturwissenschaft als Wende im Werk der Friederike Mayröcker bezeichnet, denn hier vollzieht ihre Arbeit den Übergang vom experimentellen zum post-experimentellen Schreiben. Mit je ein umwölkter gipfel setzt sozusagen die postexperimentelle Phase ein. Allerdings...

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