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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Das Experiment als werk- und inszenierungsgeschichtliche Konstante bei Rainald Goetz (Gerhard Kaiser)

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Gerhard Kaiser (Göttingen, Deutschland)

Das Experiment als werk- und inszenierungsgeschichtliche Konstante bei Rainald Goetz

Die textuelle und paratextuelle Ausflaggung des eigenen Schreibens als experimentell ist eine werk- und inszenierungsgeschichtliche Konstante bei Goetz, die von seinem ersten öffentlichkeitswirksamen Auftreten rund um den „Subito-/Klagenfurt-/Irre-Komplex“ 1983 bis zu seiner jüngsten Inszenierung des „Johann-Holtrop-Komplexes“ reicht. Einige jener konstitutiven und konstanten Elemente des Goetz’schen Schreib- und (wie er selbst formuliert) „Existenz-Experiment[s]“ (Goetz 1999, Klappentext innen) sollen im Folgenden skizziert werden.

Noch unlängst hat Lutz Hagestedt überzeugend aufzeigen können, dass und wie Goetz’ Schreibprogramm dem ‚alten‘ Anspruch der historischen Avantgarden verpflichtet ist, „Kunst in Lebenspraxis zurückzuführen“ (Bürger 1974, S. 29; auch Hagestedt 2011, S. 105). Als das Experimentelle an Goetz’ Werk erscheint der Versuch, diesen Imperativ zur Grenzüberschreitung zwischen Kunst und Leben auf Dauer zu stellen. Daraus wiederum folgt eine Vielzahl von Grenzüberschreitungsversuchen, von denen ich hier drei in den Blick nehmen möchte: 1. Überschreitungsversuche von Mediengrenzen, 2. von Gattungs- und Zeitgrenzen und 3. von Geschmacksgrenzen.

1. Überschreitung von Mediengrenzen

Nicht erst mit dem im Frühjahr 1998 gestarteten Internet-Projekt Abfall für alle, das dann ein Jahr später doch auch als gedruckter Roman erscheint, erweist sich Goetz als ein transmedialer Akteur, der unter dem Selbstdiktat der „Praxis“ das schriftliche Medium Literatur mit anderen Medien kurzschließt und zur Aktion werden lässt. „[D]aß meine Worte mehr sein könnten als nur immer...

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