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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Literatur als Video- und Radiokunst. Brigitta Falkners Grenzgänge zwischen Text-, Bild- und Hörmedien (Lehel Sata)

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Lehel Sata (Pécs, Ungarn)

Literatur als Video- und Radiokunst. Brigitta Falkners Grenzgänge zwischen Text-, Bild- und Hörmedien

Die in erster Linie als Anagramm- und Palindromkünstlerin bekannte österreichische Autorin Brigitta Falkner platziert ihre Texte in experimentell entworfenen Bilduniversen, die als ein Kaleidoskop von piktogrammatischen, fotografischen und comic-artigen Elementen funktionieren und dadurch zu neuen Wahrnehmungs- und Rezeptionsformen von Literatur einladen. Neben dem traditionellen Buchformat werden ihre (Bild-)Texte auch als – auf der Stimme der Autorin basierende – Tonkunstwerke oder als Animationen und Webcomics veröffentlicht. Das Paradoxe an der ästhetischen Verfahrensweise von Falkner besteht darin, dass die unendlich anmutende künstlerische Freiheit, die aus dem Gesamtkunstwerk-Charakter ihrer Experimente und den damit verbundenen mehrfachen Grenzüberschreitungsmöglichkeiten resultiert, stets von einem strengen formalen Schaffensprinzip relativiert wird. So unterliegt das hier kurz zu analysierende Werk, das im Band Fabula rasa oder Die methodische Schraube (2001) publizierte Prinzip i,1 der monovokalischen lipogrammatischen Schreibmethode. Ausgehend von dem höchst selbstreflexiven Charakter der Werke soll untersucht werden, worin das Experimentelle bzw. das Innovative dieser performativen Medienkombinationen besteht.

Die „Experimentalität“ (Gamper 2011, S. 12; auch Gamper 2012, S. 26) von Falkners Universum beruht einerseits auf der Kombination und dem subversiven Gebrauch der verschiedenen Gattungen und Medien. Ziel dieser künstlerischen „Mentalität“ ist die Erschließung stets neuer „experimenteller Handlungsräume“ (Gamper 2012, S. 26). Diese Verfahren und die daraus resultierenden Formen widersprechen mehreren Kriterien, die im aktuellen theoretischen Diskurs zum Hauptstrom der zeitgenössischen experimentellen Kunst...

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