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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Der ‚neue Realismus‘ bei Maxim Biller und Alban Nikolai Herbst (Maike Schmidt)

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Maike Schmidt (Kiel, Deutschland)

Der ‚neue Realismus‘ bei Maxim Biller und Alban Nikolai Herbst

1. Einleitung

Der vorliegende Beitrag widmet sich zwei der unter dem Begriff des ‚neuen Realismus‘ subsumierten Strömungen: Dem ‚kybernetischen Realismus‘ von Alban Nikolai Herbst sowie den Forderungen Maxims Billers nach einer stärker an der Leserwelt orientierten Gegenwartsliteratur. Ein Vergleich beider Ansätze bietet sich an, weil das literarische Schaffen der beiden Autoren auf den ersten Blick Parallelen aufweist, sich bei genauerer Analyse jedoch als eher unterschiedlich darstellt. Gemeinsam sind ihnen die juristischen Verwicklungen im Spannungsfeld von Kunstfreiheit und Verletzung von Persönlichkeitsrechten, die ihre durch Autofiktion und Sexualrealismus gekennzeichneten Romane Esra1 und Meere2 ausgelöst haben.

Um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede darlegen zu können, sollen zunächst die poetologischen Realismus-Positionen von Biller und Herbst herausarbeitet werden. Daran anschließend gilt es, deren jeweils spezifische Wirkungsweise an ihren Romanen aufzeigen. Ausgehend von diesen Überlegungen lassen sich einige allgemeine Schlussfolgerungen für den ‚neuen Realismus‘ ziehen.

2. Billers Forderungen nach einer realistischen Literatur

Maxim Biller hat sich in den vergangenen Jahrzehnten dadurch einen Namen gemacht, dass er in regelmäßigen Abständen Debatten über den Status der Gegenwartsliteratur ausgelöst und poetologische Forderungen formuliert hat. In seinem Beitrag So viel Sinnlichkeit wie der Stadtplan von Kiel stellt er fest: „Ich aber glaube, daß gerade der Realismus für die Literatur lebensnotwendig ist.“3 Dieses Ziel←149 | 150→ könne durch eine journalistische Arbeitsweise...

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