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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Die Universität der Literatur. Form und Funktion des Universitätsromans der Gegenwart (Markus Steinmayr)

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Markus Steinmayr (Essen, Deutschland)

Die Universität der Literatur. Form und Funktion des Universitätsromans der Gegenwart

Literaturtheoretisch informierte Leserinnen und Leser von David Lodges Roman Kleine Welt freuen sich immer wieder über die Gestalt des Professors Siegfried von Turpitz. Dieser nämlich veranstaltet in Heidelberg eine „Tagung über Rezeptionsästhetik“1 und wird als kriegsversehrter Veteran mit Offiziershabitus geschildert, der gerne schnelle BMW-Coupés fährt.2 Leserinnen und Leser – nicht nur aus Konstanz – freuen sich unter anderem deswegen, weil ihnen Bekanntes aus ihrem Alltag oder aus ihrem Milieu entgegentritt; in diesem Falle Hans Robert Jauß. Die Rezeptionsästhetik als Zentraldiskurs der Literaturwissenschaft ist präsent und doch nur erkennbar für diejenigen, die Literaturwissenschaftler sind. Für Rezeptionsästheten und Sucher nach dem impliziten Leser ist der Roman zudem interessant, weil er stets mit einem Leser rechnet, der Universitäres kennt.

Dieser Befund weist meinen folgenden Überlegungen die Richtung. Es geht um die Frage, welche universitären Verfahren der Literatur zur Verfügung stehen, um so etwas wie eine ‚literarische Realität der Universität‘ zu erzeugen bzw. auf welche Verfahren der Universität die Literatur trifft, um realistisch wirken zu können. Die literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der institutionellen Realität der universitären Verfahren ist bisher unterausgeprägt.3 Das von Martin Huber konstatierte „Informationsdefizi[t] zwischen Gesellschaft, Politik←167 | 168→ und akademischer Bildungsinstitution“4 kann, wie er vorschlägt, von der Literatur behoben werden. Der literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Universität k...

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