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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Ökologie und Poetologie der Versandung: Raoul Schrotts Novelle Die Wüste Lop Nor als literarische Wüstenfiguration der Gegenwart (Achim Küpper)

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Achim Küpper (Berlin, Deutschland)

Ökologie und Poetologie der Versandung: Raoul Schrotts Novelle Die Wüste Lop Nor als literarische Wüstenfiguration der Gegenwart

1.

Als William Rueckert 1978 den Begriff „Ecocriticism“ in die literaturwissenschaftliche Debatte einbringt, entwirft er ein Bild von Dichtung, das das literarische Produkt, einem sehr wörtlichen Verständnis von Kultur entsprechend, gleichsetzt mit natürlichen Gewächsen:1 Eine Dichtung ist nach Rueckert gespeicherte Energie, eine formale Turbulenz, ein lebendes Ding, ein Wirbel im Strom; als gespeicherte Energie sind Dichtungen ein verbales Äquivalent fossiler Treibstoffe, nur dass sie eine erneuerbare Energiequelle darstellen.2 Für Rueckert gilt es, den Energiestrom zu befreien, der aus dem Dichter in die Dichtung, in die Leser und schließlich zurück in die andere größere Gemeinschaft in einem nie endenden Kreislauf des Lebens fließt.3

Zwar sieht Rueckert in einem großen Aber am Ende seines Beitrags diesen Kreislauf als zerbrochen zwischen Worten und Taten, zwischen Literatur und der Biosphäre, denn: Wie können wir, fragt er, Worte in etwas anderes als bloß mehr Worte verwandeln, wie können wir jemals irgendetwas mehr tun als nur Worte zu recyclen?4 Doch legt schon Rueckerts Idee einer ewigen Zirkulation, eines unaufhörlichen, fließenden Prozesses für mich zugleich die Verbindung mit einem ganz anderen Konzept nahe, über das ich medienkulturtheoretisch nachdenke, nämlich mit dem Konzept des Nomadischen. In diesem Beitrag werde ich dabei weniger auf das theoretische Konzept eingehen...

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