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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Landschaft / Energie. Kulturelle Repräsentationen und agency (Berbeli Wanning)

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Berbeli Wanning (Siegen, Deutschland)

Landschaft / Energie. Kulturelle Repräsentationen und agency

Unsere Epoche ist wie keine zuvor durch eine ökologische Krise bestimmt, die durch exzessive technische Eingriffe in die uns umgebende landschaftliche Natur sichtbar wird. Landschaft ohne die Spuren der Technik gibt es praktisch nicht mehr. Die der Energiegewinnung geschuldete Landschaftsveränderung hat eine sehr alte Tradition, beginnend mit den Bergwerken. Die Energiefrage ist nicht gelöst, sie fordert die Menschheit heraus. Zur nachhaltigen Energieerzeugung wird Landschaft verbraucht, was allerdings deren ästhetische Wahrnehmung verändert. Es zeichnen sich neue Debatten zwischen Ökologie, Ökonomie und Ästhetik ab.

Natur und Landschaft sind nicht nur elementare Grundlagen der Existenz, um Nahrung und Energie zu liefern, sie dienen auch dem ästhetischen Bedürfnis nach Naturgenuss. Dieser wird getrübt, trägt die Landschaft viele hässliche Spuren der Bewirtschaftung. Energiegewinnung, zumal aus erneuerbaren Ressourcen, ist jedoch nicht unsichtbar. Unter einer intensiven Bebauung z. B. mit Windrädern sinkt der ästhetische Wert der Landschaft, während der ökonomische Ertrag offenkundig steigt. Beide Werte sind voneinander abhängig, weil sie zwei Bedürfnisse (nachhaltige Energiegewinnung und ästhetischer Naturgenuss) miteinander so in Beziehung setzen, dass Konflikte entstehen.

Das ist ein relativ neues Phänomen. In früheren Jahrhunderten wurde Natur vornehmlich als Bedrohung wahrgenommen. Erst durch die zunehmende Beherrschung der Natur konnte sich der Mensch dieser auch genießend zuwenden. Ohne praktischen Zweck betrachtet, liefert die Landschaft dem Menschen einen Freiraum, seine Vorstellungen von Welt zu entwickeln. Umgekehrt...

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