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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Einführung (Monika Wolting)

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Monika Wolting (Wrocław, Polen)

Einführung

Weil Identität sich im ständigen Wandel kommunikativer und diskursiver Prozesse ausbildet, wird in der Forschung davon ausgegangen, dass Identität kein statisches oder festes Produkt ist. Sie stellt vielmehr ein temporäres Ergebnis der Selbst- und Fremdbestimmung eines Individuums immer den momentanen Stand der Selbsterzählung dar. Literatur tritt in diesem Zusammenhang in der Funktion eines Dokuments oder Speichers verschiedener Modelle der Identitätsbildung auf, die in einer bestimmten Zeitspanne beispielweise unter Bezug auf historisch-epochale oder räumlich-nationale Verortungen möglich sind. In der Literatur werden diese Identitätsmodelle einerseits entwickelt andererseits mit identitätsfundierenden oder -destruierenden Korrelaten versehen. Infolge eines andauernden sprachlich-narrativen Prozesses werden Identitätsbilder so immer wieder neu entworfen, konstruiert und in (Erzähl-)Texten gespeichert. Auf der Basis dieser Annahmen ist zu fragen, wie die Konstruktionen von Identität im Hinblick auf die Wahrnehmung des Fremden im Eigenen und Eigenen im Fremden im Hinblick auf ein gegenwärtiges und vergangenes Selbst sowie im Hinblick auf eine reflexive Setzung und Entsetzung des Selbst in der Literatur nach 1989 realisiert werden. In der deutschsprachigen Literatur nach 1989 lassen sich somit nicht nur Identitätsmodelle unterscheiden, die auf nationaler, kultureller, religiöser, ökonomischer oder körperlicher Basis entwickelt werden, sondern auch solche, die auf der Basis spezifischer theoretischer Modelle – etwa der des Poststrukturalismus – entworfen werden. In dieser Sektion wurde daher die Frage nach diesen und anderen literarischen Modellen gestellt:

1. Einen ersten Schwerpunkt bietet...

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