Show Less
Restricted access

Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

Show Summary Details
Restricted access

„Eastern European Turns“. Zur Dynamisierung von Räumen und Identitäten in Texten Lutz Seilers und Ilma Rakusas (Sabine Egger)

Extract

Sabine Egger (Limerick, Irland)

„Eastern European Turns“. Zur Dynamisierung von Räumen und Identitäten in Texten Lutz Seilers und Ilma Rakusas

Innerhalb der deutschsprachigen Literaturlandschaft lässt sich seit 1989 eine Bewegung hin zu einer europäischen bzw. transnationalen Literatur ausmachen, die nicht auf „Migrantenliteratur“ i. e. S. beschränkt ist.1 Ein wiederkehrendes Motiv ist dabei die Eisenbahnreise in den ‚Osten‘. Dieser Osten begegnet den Reisenden in Sibirien oder Kasachstan, aber auch in Mittel- und Osteuropa. Die europäischen Identitäten mit prägender West-Ost-Dichotomie, die sich u. a. im Bild des ‚Wilden Ostens‘ manifestiert, wird hier ebenso in Frage gestellt wie andere Alteritätskonzepte.2 Im Mittelpunkt meiner Untersuchung stehen Formen der Dynamisierung von Räumen und Identitäten in den genannten Texten, in denen Grenzen zwischen Osten und Westen, Zeitebenen, Grenzen zwischen Innen und Außen, Eigenem und Anderen in Bewegung gesetzt werden. Dabei verwende ich Michel de Certeaus Raumbegriff, sowie seine und Michel Foucaults Vorstellungen des Transitorischen. Durch die Bewegung der Eisenbahn – und des Subjekts darin – entsteht aus Erinnerungsorten und konkreten Orten der Gegenwart ein poetischer und momentweise transkultureller Durchgangs- oder Transitraum. Dieser kann die durchfahrene Landschaft und Bahnhöfe, aber auch das Innere des Zuges umfassen. Dem Subjekt eröffnen sich so neue Wahrnehmungs- und Erfahrungsmöglichkeiten.

Das Motiv der Eisenbahnreise in den Osten findet sich besonders häufig in den Texten von in den 1950er und 1960er Jahren geborenen Autoren mit postkommunistischer Biografie.3 Das hat auch damit zu tun,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.