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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Individuelle Entwicklung und kulturelles Gedächtnis in Feridun Zaimoğlus Roman Leyla (Ünal Kaya)

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Ünal Kaya (Ankara, Türkei)

Individuelle Entwicklung und kulturelles Gedächtnis in Feridun Zaimoğlus Roman Leyla

Unsere Erinnerungen sind ein wichtiges Medium, um alles Erlebte und Geschehene abzubilden. Diese Tatsache ändert sich je nach individueller Entwicklung und Erfahrung. In diesem Zusammenhang spielt die Literatur bei der Vermittlung und Inszenierung sozialer, kultureller und geschichtlicher Ereignisse der Vergangenheit eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund können wir sagen, dass Literatur eine Speicherfunktion erfüllt. Sie enthält sowohl individuelle als auch kulturelle Gedächtnisse. In dieser Funktion gibt sie uns auch Informationen über die Weltanschauung eines Individuums oder einer Nation.1 Ende der 80er Jahre entsteht in der Literatur und in anderen Disziplinen ein neues Paradigma der Gedächtnis- und Erinnerungskultur. Die Gründe für diese Entwicklung und diesen „memory-boom“2 sind der II. Weltkrieg, das Ende des Kalten Krieges, die Migrationsbewegungen auf der Welt, die Medientechnologien und die Postmoderne.3

Die Migrationsbewegungen als Ursache des „memory – booms“ hatten zur Folge, dass die kulturellen Eigenschaften der Migranten ebenfalls wanderten, das bedeutet auf der einen Seite, dass im Einwanderungsland Erinnerungen und Erfahrungen an die Heimat zur Sprache gebracht werden. Auf der anderen Seite entsteht bei den Einheimischen/ Inländern ein Bild über die Migranten. Als Beispiel für diese sozio-kulturelle Entwicklung können wir die Arbeitsmigration nach Deutschland heranziehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Deutschland Arbeitskräfte aus Italien, Spanien und Griechenland angeworben, um die deutsche Wirtschaft auf Hochkonjunktur zu bringen. Viele von den Migranten haben sich...

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