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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Konstruktion und Rekonstruktion der Identität in der gegenwärtigen deutsch-jüdischen Literatur (Przemysław Sznurkowski)

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Przemysław Sznurkowski (Częstochowa, Polen)

Konstruktion und Rekonstruktion der Identität in der gegenwärtigen deutsch-jüdischen Literatur

Identität als Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung ist ein so komplexer und mehrdeutiger Begriff, dass er eine einheitliche und universelle Definition eigentlich ausschließt. Es geht in diesem Aufsatz auch nicht darum, das Wesen des Identitätsbegriffs zu bestimmen, denn ein solcher Versuch könnte wegen des Textumfangs und der Vielfalt der Interpretationsrahmen nur unvollständig und oberflächlich bleiben. Die Entwicklung jeder Identität wird oft als Selbstgespräch, Selbstbefragung1 oder auch dauerhafte Suchbewegung2 interpretiert, dabei machen die Forscher auf einen prozesshaften Charakter der Identitätssuche aufmerksam. Die gegenwärtigen Forschungen über den Identitätsdiskurs konzentrieren sich eher auf weitläufig verstandene Identitätsmodelle, auf die Frage nach Formen, Methoden oder Komponenten der Identitätsentwicklung. Darum geht es auch in diesem Aufsatz: Die These lautet, dass die jüngste Generation der zeitgenössischen jüdischen Autoren, die auf Deutsch schreiben, die sogenannte „Generation nach der Shoah“, über einen ausgereiften Diskurs verfügt, wenn es um die Konstruktion und die Rekonstruktion der eigenen Identität geht. Ich konzentriere mich auf die wichtigsten Komponenten, die die Identität der deutsch-jüdischen Nachkriegsautoren ausmachen und versuche, anhand einiger Beispiele, den Prozess der Selbstreflexion und Selbstbefragung von deutsch-jüdischen Schriftstellern zu skizzieren und die Beziehungsfelder, in denen sich dieser Prozess vollzieht, zu charakterisieren. Im Mittelpunkt meiner Überlegungen stehen drei Autoren, Lea Fleischmann, Barbara Honigmann und Chaim Noll, die alle nach...

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