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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Das Versprechen ‚des guten Lebens‘ und die Angst vor Versagen. Folgen der Modernisierungprozesse im Roman F von Daniel Kehlmann (Monika Wolting)

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Monika Wolting (Wrocław, Polen)

Das Versprechen ‚des guten Lebens‘ und die Angst vor Versagen. Folgen der Modernisierungprozesse im Roman F von Daniel Kehlmann

Die Feststellung, dass für den Menschen die Frage nach „dem guten Leben“ essenziell ist, scheint im soziologischen Aspekt sicherlich treffend zu sein. Hartmut Rosa geht in seinem Essay Beschleunigung und Entfremdung der Antwort auf eine andere, der ersten verwandte Frage nach: „Warum wir eigentlich kein gutes Leben haben?“1 Diese Frage könnte man ins Zentrum des Romans F von Daniel Kehlmann setzen. Seine Figuren führen ein Leben, das nicht mit „gut“ bezeichnet werden kann. Sie verstricken sich in Lügen, unterhalten komplizierte Beziehungen zu anderen Menschen, jagen nach Erfolg, Anerkennung und Selbstbestätigung.

Mit dem Beitrag wird das Augenmerk auf die Darstellung der Figur Eric Friedland gerichtet, dessen Lebensführung, so die Annahme, als Konsequenz der Modernisierung der Gesellschaft anzusehen ist. Wenn im Weiteren an modernisierungstheoretische Ansätze angeknüpft werden soll, so bietet sich also an, die Arbeiten von Hartmut Rosa zur Rate zu ziehen. Denn in der von Rosa diagnostizierten Verfassung eines modernen Subjekts handelt es sich um ein Individuum, das zwar kaum durch ethische Regeln und Sanktionen eingeschränkt und dadurch als frei verstanden werden kann, das jedoch durch weitgehend unsichtbare, entpolitisierte und nicht in der Gesellschaft diskutierte Regeln beherrscht und unterdrückt wird (R, 8). So wird im Folgenden geschaut, wie der Protagonist Eric sein sowohl berufliches als auch privates Leben zu gestalten...

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