Show Less
Restricted access

Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 4

Series:

Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit der Sektion «Qualifizierung von DaF-Lehrkräften weltweit», darauf folgt die Sektion «Germanistische Qualifikationen weltweit: Curricula und Berufsbilder von AuslandsgermanistInnen». Die Sektion «Phonetik und Phonologie Deutsch als Fremdsprache» beschließt den Band.

Show Summary Details
Restricted access

Zum Basiswissen des Auslandsgermanisten

Extract



Die Umstrukturierung der Germanistik, die ich andernorts als einen Übergang „vom Glasperlenspiel zum Beruf“1 bezeichnet habe, hat sich in Ansätzen schon in den 1970er Jahren bemerkbar gemacht, programmatisch umgesetzt wurde sie in den 1980er Jahren, und seit einem Vierteljahrhundert etwa kann man von einer mehr oder weniger allgemein akzeptierten pädagogischen Grundlage sprechen. Sie bestand vor allem in der nachdrücklichen Absage an das klassische, philologische Format der Lehrprogramme und -veranstaltungen und der Hinwendung zum pragmatisch begründeten, transdisziplinär orientierten Angebot von Informationen. Ferner bestand sie in der Methodik der Informationsvergabe und -struktur: Nicht mehr ein in geschlossenen Systemen geordnetes, klassifikatorisch übersichtliches Wissen wurde als Ziel angestrebt, sondern das Präsentieren von kognitiven Facetten, die in vielfach kombinierbaren, netzwerkartigen Relationen zueinander variable Erkenntnisfigurationen ergeben können. Dementsprechend wurde das repetitive Vortragen von angeeigneten Grundtexten und linguistischen Modellen abgelehnt zugunsten des improvisierenden, freizügig assoziierenden Hervorbringens von Invarianten des Wahrgenommenen, und statt des hochachtungsvollen Beschauens des Unterrichtsstoffes wurde das verspielte Auswerten von Anwendungsmöglichkeiten einzelner Bausteine davon gefördert. Man fühlte sich vom Joch der Tradition befreit, zu neuen Experimenten ermuntert, die Lerner nahmen teil an einem Umdenken, in dem Kreativität und Einfallsreichtum wichtigste Motive waren für ein aufgeschlossenes Herangehen an die Information.

Heute erscheint mir diese Tendenz abgeflaut zu sein. Mit dem technologischen Boom geht eine globale wie totale Umstellung der Wahrnehmung, Verarbeitung und Anwendung neu erworbener Erkenntnisse einher, und das rasante Anwachsen des Angebots scheint umgekehrt proportional zur Aufnahmebereitschaft...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.