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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 5

Series:

Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Sprachpflege und Sprachkritik als gesellschaftliche Aufgaben», darauf folgen die Sektionen «Wie kann man in der heutigen Zeit der Globalisierung die deutsche Sprache in der Welt (optimal) fördern?», «Inter- und Transkulturalität bei internationalen Kooperationen im Hochschulbereich: Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache» sowie «Lernplattformen zum virtuellen Lernen – was bringen sie für Lernen und Lehren und welche Chancen und Möglichkeiten für die internationale Germanistik». Die Sektion «Bedeutung und Vermittlung des Deutschen für die Fach- und Berufskommunikation weltweit» beschließt den Band.

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Eine neue Sprachenpolitik für die Europäische Union (Jakob Haselhuber)

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Jakob Haselhuber (Ljubljana, Slowenien)

Eine neue Sprachenpolitik für die Europäische Union

1. Das sprachliche Wachstum der EU von vier auf 24 Amts- und Arbeitssprachen

Der Ministerrat der Europäischen Union widmete der Sprachenfrage schon am 20. April 1958 seine erste Verordnung: Deren Artikel 1 bestimmte Deutsch, Französisch, Italienisch und Niederländisch, also die in den Gründerstaaten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden landesweit verbreiteten Sprachen als Amts- und Arbeitssprachen. Diese Vollsprachenregelung postulierte Gleichrangigkeit in Status und Funktion und traf keine Unterscheidung hinsichtlich der Verbreitung als Mutter- bzw. als Fremdsprache. Hingegen trat die Frage nach dem internationalen Kommunikationspotenzial der einzelnen Sprachen wie auch jene nach der Effizienz der institutionellen Arbeitsabläufe in den Hintergrund.

Die Verordnung Nr. 1 wurde bei allen nachfolgenden Beitritten fortgeschrieben, wodurch die Zahl der Amts- und Arbeitssprachen auf 24 anstieg: Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Estnisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Irisch, Italienisch, Kroatisch, Lettisch, Litauisch, Maltesisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Schwedisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch. Künftige Beitritte werden weitere Sprachen mit sich bringen, und die Zahl der Sprachkombinationen bei Übersetzungen und Dolmetschung wird weiter steigen. Bei anfänglich vier Sprachen führte die Formel n mal n-1 zu 4 mal 3, i.e. 12 Kombinationen, bei 24 Sprachen sind es 552 Kombinationen und bei noch einer weiteren Sprache mehr als 600. Keine Institution kann in 24 Sprachen effektiv arbeiten, und Europas Bürger, Politiker, Übersetzer und Dolmetscher können...

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