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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 5

Series:

Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Sprachpflege und Sprachkritik als gesellschaftliche Aufgaben», darauf folgen die Sektionen «Wie kann man in der heutigen Zeit der Globalisierung die deutsche Sprache in der Welt (optimal) fördern?», «Inter- und Transkulturalität bei internationalen Kooperationen im Hochschulbereich: Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache» sowie «Lernplattformen zum virtuellen Lernen – was bringen sie für Lernen und Lehren und welche Chancen und Möglichkeiten für die internationale Germanistik». Die Sektion «Bedeutung und Vermittlung des Deutschen für die Fach- und Berufskommunikation weltweit» beschließt den Band.

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Festigung des Deutschen in den EU-Institutionen (Jan Kruse)

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Jan Kruse (Köln, Deutschland)

Festigung des Deutschen in den EU-Institutionen1

Die Europäische Union (EU) verfolgt einen der anspruchsvollsten sprachenpolitischen Ansätze in der Welt. Sie beschäftigt den weltweit größten Übersetzungs- und Dolmetscherapparat und seit ihrer Gründung ist die Gleichstellung aller derzeit 24 Amts- und Arbeitssprachen ein nicht veränderter Grundsatz der Gemeinschaft (Europäische Atomgemeinschaft 1958). Für die deutsche Sprache, die in den meisten anderen großen internationalen Institutionen außer der EU keine Amtssprache ist, ist dies ein besonders wichtiger Grundsatz (Ammon 2015, S. 730 ff.). Darüber hinaus ist Deutsch eine von drei Verfahrenssprachen der EU-Kommission, Amtssprache in 6 von 27 EU-Ländern und Muttersprache von etwa 16 % aller EU-BürgerInnen. So gesehen hat Deutsch eine breite Basis innerhalb der EU. In der politischen Praxis zeigt sich hingegen ein anderes Bild. Deutsch wird in den EU-Institutionen kaum genutzt und auch die Kommunikation mit den Institutionen kann oft nicht mehr auf Deutsch erfolgen (Ammon/Kruse 2013; Kruse 2013). Ein deutliches Bild zeigen diesbezüglich die Daten der Generaldirektion Übersetzen (DGT) der EU-Kommission. Dort wird die Menge der Dokumente erfasst, die der DGT zur Übersetzung vorgelegt werden sowie die Sprachfassung der Ausgangsdokumente, wie folgende Grafik zeigt.

Die Grafik illustriert die Entwicklung der Sprachwahl in der EU-Kommission. Zusammen mit anderen Forschungsergebnissen (Schlossmacher 1997; Schreiner 2006; Kruse/Ammon 2013; Stritar/Stabej 2013) ist festzustellen, dass die Institutionen der EU, besonders die EU-Kommission, den Wandel zu einer einsprachig englischen Praxis weitgehend vollzogen haben....

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