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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Zwischen Om und Dao. Hermann Hesses Offenheit für das Wissen und Denken in den Kulturen Indiens und Chinas (Annakutty V.K. Findeis)

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Annakutty V.K. Findeis (Mumbai, Indien)

Zwischen Om und Dao.Hermann Hesses Offenheit für das Wissen und Denken in den Kulturen Indiens und Chinas

Multi- und interkulturelle Prozesse kennzeichnen die Kultur und Literatur Europas seit der Antike. Im 18. Jh. bietet G.E. Lessings Nathan ein beispielhaftes aufklärerisches Toleranzmodell für die versöhnliche Konvivenz verschiedener Religions- und Geisteskulturen von Orient und Okzident. J.W. von Goethe – im Einklang mit Hafis – bekennt: „Wer sich selbst und andere kennt/Wird auch hier erkennen: Orient und Okzident/sind nicht mehr zu trennen“. Diese Einsicht wirkt bei H. Hesse, der Goethe dankt, in seinem West-Ost-Verhältnis nach und gewinnt in der geistigen und empirischen Begegnung mit Fern-Ost eine eigene Prägung. Dieses sei angedeutet durch die indisch-chinesischen Schlüsselbegriffe Om (Laut der Seinseinheit) und Dao (namenloser Ursprung der Einheit und Dualität), die im Siddhartha u. a. wirksam werden. – Mit Dank an die chinesischen Fachkollegen konzentriere ich mich auf Hesses Weg zur süd- und ostasiatischen Geisteskultur, die für sein Selbstverständnis, Weltbild und literarisches Schaffen bedeutsam ist. Sein philosophisches und literarisches Verhältnis zielt vorrangig auf das klassische Erbgut Indiens und Chinas, darin der romantischen Geisteshaltung folgend. Es gewinnt an Bedeutung in einem fortschreitenden Vorgang der Selbst-Sinn-Suche und hat einen Lebens- und zeitgenössischen Bezug. Hesses Werke, in indischen Sprachen, in Chinesisch wie anderen Sprachen Asiens zugänglich, ermöglichen Rezeptionen in östlichen Kultur-Kontexten und Antworten auf Hesses Würdigung des Asiatischen. Ausgehend von A. Hsias (2002) ist die Beziehung von...

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