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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Zur Rolle des verfremdenden übersetzens beim Aufbau von Kulturbrücken. Am Fallbeispiel von Hammer-Purgstalls übersetzung des persischen tārīḫ-i Waṣṣāf (Nader Haghani)

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Nader Haghani (Teheran, Iran)

Zur Rolle des verfremdenden übersetzens beim Aufbau von Kulturbrücken.Am Fallbeispiel von Hammer-Purgstalls übersetzung des persischen tārīḫ-i Waṣṣāf

Einleitung

Auf die Frage hin, wie in Originaltexten präsentierte Kulturen in der Übersetzung rekonstruierbar sind, finden sich die beiden widerstreitenden Übersetzungsmaximen: die assimilierende vs. verfremdende Übersetzung. Nach Goethe verlangt die assimilierende Übersetzung, die seit der Antike bis zur Vorromantik die vorherrschende Übersetzungsmaxime darstellt, „daß der Autor einer fremden Nation zu uns herüber gebracht werde, dergestalt, daß wir ihn als den unsrigen ansehen können.“1 Im Vergleich dazu blickt die verfremdende Übersetzung auf eine relativ junge Geschichte zurück und existiert erst seit der Romantik, und „macht an uns die Forderung, daß wir uns zu dem Fremden hinüber begeben und uns in seine Zustände, seine Sprachweise, seine Eigenheiten finden sollen.“2 Das verfremdende Übersetzen, welches die Leser zum Autor hinbewegt, wurde von Schleiermacher im 19. Jahrhundert als die Methode zur Übersetzung literarischer Werke aufgestellt, als „Folge hermeneutischer Einsichten, […] einer vertieften sprachphilosophischen Durchdringung der Einmaligkeit und Eigenwertigkeit nationalsprachlicher Strukturen.“3 Vielfach ist unter den Zeitgenossen der Romantiker so u. a. auch Humboldt vom „Geist der Sprache“4 die Rede. Dabei geht←165 | 166→ man vom Postulat der „Semantisierung der Form“ aus, wobei „jedes adaptierende Verfahren eine Aufsprengung des in der Form sich vollziehenden Sinnesentwurfs“ bedeuten würde.5 Mithilfe des verfremdenden Übersetzens sollte jedoch nicht nur der Geist der Ursprache bzw. Ausgangssprache in der Zielsprache erhalten werden,...

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