Show Less
Restricted access

Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

Show Summary Details
Restricted access

Die Wahrnehmung ausländischer Marken durch chinesische Studierende (Marius Meinhof)

Extract

Marius Meinhof (Bielefeld, Deutschland)

Die Wahrnehmung ausländischer Marken durch chinesische Studierende

Seit den 80er Jahren wird Konsum als ein wichtiges sozialwissenschaftliches Thema behandelt, dessen Erforschung Rückschlüsse auf Identität und Ungleichheit erlaubt.

Der nachfolgende Text beschäftigt sich mit der Frage, wie die Wahrnehmung ausländischer Marken durch chinesische Studierende mit Vorstellungen von Klasse und Modernität zusammenhängen.

Dabei zeigt sich eine besondere Form symbolischer Herrschaft,1 die ich als doppelte symbolische Herrschaft bezeichne: Erstens im Sinne des Bourdieuschen Klassenbegriffes als stratifizierte Hierarchie der Geschmäcker und Lebensstile, deren Entstehen in China beobachtbar ist.2 Zweitens aber auch als eine geographische Hierarchie der Modernität, die Orte und Gruppen in rückständig und modern unterteilt, und in der sich eine historische Kontinuität von Diskursen zeigt, die auf kolonialen Erfahrungen basiert.3

Gerade diese zweite Seite zeigt sich in vielen Arbeiten zum Konsum der 90er Jahre. Verschiedene Autoren zeigten damals, dass der Konsum westlicher Produkte einen Versuch der Selbst-Modernisierung darstellte, der durch die Vorstellung von einer besonderen Globalität und Modernität des Westens befördert wurde.4 Dabei wurden ausländische Marken mit westlichen Marken gleichgesetzt und als homogene Gruppe wahrgenommen.5←177 | 178→

Im Kontrast zu den Arbeiten der 90er Jahre konnte ich während einer einjährigen Feldforschung in Nanjing und Zibo im Jahre 2014 allerdings feststellen, dass das Verhältnis zum Westen sehr viel differenzierter und ambivalenter ist, und auch eine Haltung selbstbewusster...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.