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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Darstellungen von Shanghai in Memoiren von jüdischen Flüchtlingen und in Ursula Krechels Roman Shanghai fern von wo (Jennifer E. Michaels)

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Jennifer E. Michaels (Grinnell, USA)

Darstellungen von Shanghai in Memoiren von jüdischen Flüchtlingen und in Ursula Krechels Roman Shanghai fern von wo

Während der Nazi Zeit fanden ungefähr 16,000 bis 18,000 Flüchtlinge, hauptsächlich Juden aus Deutschland und Österreich, Zuflucht in Shanghai. In diesem Beitrag untersuche ich Darstellungen von Shanghai in einigen von Flüchtlingen später geschriebenen Memoiren und in Ursula Krechels Shanghai fern von wo (2008). In ihrem 2013 ins Chinesische übersetzten Roman bietet Krechel Einsichten in diese Zeit an und gibt den Exilanten eine Stimme. Für alle war das Exil in Shanghai schwer. Einige arrangierten sich kaum mit der Stadt. Sie hatten nur genug Energie, die Schwierigkeiten des täglichen Überlebens zu überwinden. Andere gaben jedoch in ihren Memoiren lebhafte Eindrücke von Shanghais vielfältigem Leben. Viele erfuhren nicht nur Kulturschock, sondern auch Kulturaustausch.

Jahrelang war diese Diaspora kaum bekannt. David Kranzlers Pionierarbeit Japanese, Nazis & Jews. The Jewish Refugee Community of Shanghai, 1938–1945 erschien schon 1976, aber erst in den letzten Jahrzehnten veröffentlichten einige Flüchtlinge Memoiren, und durch Interviews und Tonbandaufnahmen hinterließen andere Erinnerungen an ihr Exil in Shanghai. Einige zögerten von ihrem Überleben in Shanghai zu erzählen, weil sie meinten: „Andere hatten so viel Schlimmeres erlebt und nicht überlebt“.1 Andere waren jedoch der Ansicht, dass diese jüdische Diaspora nicht vergessen werden sollte. Nicht nur Flüchtlinge und ihre Kinder beschäftigten sich...

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