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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Dekonstruktion des Orientalismus: DEFA-Filme über Ostasien (Qinna Shen)

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Qinna Shen (Bryn Mawr, USA)

Dekonstruktion des Orientalismus:DEFA-Filme über Ostasien

Als die Deutsche Demokratische Republik (DDR) am 7. Oktober 1949 ins Leben gerufen wurde, existierten bereits drei sozialistische Länder in Ostasien – die Mongolei, Nordkorea und China. Alle drei Staaten präsentierten sich als natürliche Verbündete für den deutschen Neuankömmling im Ostblock. Zwischen ihnen wurden schnell diplomatische Beziehungen geschlossen. Jeder offizielle Kontakt war wichtig für die DDR angesichts der „Hallstein-Doktrin“, mit der die Bundesrepublik (BRD) die internationale Anerkennung der DDR verhindern wollte. Mein Beitrag untersucht, wie diese ostasiatischen Staaten von Filmemachern der DEFA (d. h. der Deutschen Film Aktiengesellschaft) dargestellt wurden, und wie die sozialistisch-realistische Ästhetik dieser Filme sowohl die orientalistischen Vorstellungen von ostasiatischen Gesellschaften als auch die rassistische Propaganda von der „Gelben Gefahr” in Frage stellte. Den Stereotypen entsprechend ist Ostasien entweder barbarisch, gewalttätig, rückständig, oder aber exotisch und sinnlich.

Obwohl die Filme konventionellen Klischees nicht völlig entkommen können, wurden die Ost-West-Beziehungen in völlig entgegengesetzter Art und Weise konzipiert. Auch wenn die DDR als das ökonomisch stärkere Land dargestellt wird, das den armen sozialistischen Bruderländern im Fernen Osten wirtschaftliche Unterstützung anbieten kann, ist das nicht als orientalistisch zu deuten. Im Gegenteil suggerieren die Filme die Auffassung: Die Tatsache, dass die Länder der Dritten Welt denen der Ersten und der Zweiten Welt unterlegen sind, ist eine direkte Folge der imperialistischen Ausbeutung, denen diese Länder früher ausgeliefert...

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