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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Deutschlandbilder portugiesischer Studierender im Kontext der wirtschaftlichen Krise (Ingrid Scholz)

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Ingrid Scholz (Porto, Portugal)

Deutschlandbilder portugiesischer Studierender im Kontext der wirtschaftlichen Krise

In Portugal wird der Ursprung der derzeitigen Finanzkrise häufig undifferenziert auf die bundesdeutsche Dominanz in der EU-Politik und hegemoniale Einmischung in die Sparpolitik der Krisenländer zurückgeführt. Deutschland fungiert oft als Sündenbock und wird in den Medien als vermeintlicher Auslöser für die harten Sparmaßnahmen und die wirtschaftlichen Misserfolge geächtet. Im Rahmen solcher Schuldzuschreibungsmuster kommen kollektiv verankerte Stereotype und Vorurteile zum Ausdruck, die zu der Entstehung von Feindbildern und interkulturellen Missverständnissen führen können. Zur Analyse der Deutschlandbilder portugiesischer Studierender vor diesem Hintergrund werden Ergebnisse einer empirischen Pilotstudie hinzugezogen, die folgenden Forschungsfragen nachgeht: a) Welche Faktoren bestimmen die menschliche Selbst- und Fremdwahrnehmung und inwiefern beeinflussen Selbstbilder die Konstruktion der Fremdbilder? b) Welche kulturell bedingten Wissensbestände bestimmen die Selbstbilder der befragten Studierenden und in welchem Ausmaß prägen stereotype Vorstellungen ihre Deutschlandbilder?

Die theoretische Grundlage für die Analyse der Selbst- und Fremdbilder liefert in dieser Studie der Radikale Konstruktivismus, eine Erkenntnistheorie, die auf Forschungen im Bereich der Neurobiologie1 und auf der Entwicklungspsychologie von Jean Piaget2 aufbaut. Vertreter des Radikalen Konstruktivismus3 lehnen zwar die Existenz einer objektiven, absoluten Realität nicht ab, vertreten aber die Ansicht, dass diese nur subjektiv und auf Grundlage früherer Erfahrungen die wahrgenommene Erfahrungswelt verarbeitet und organisiert. Selbst- und Fremdwahrnehmung sind demnach immer selektiv, denn bei der Re-Konstruktion des Eigenen und des Fremden greift man auf individuelle Erfahrungen...

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