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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Ethos, Ehre, Gabentausch – die symbolische ökonomie der Gelehrtenrepublik (Markus Arnold)

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Markus Arnold (Klagenfurt/Wien, Österreich)

Ethos, Ehre, Gabentausch – die symbolische ökonomie der Gelehrtenrepublik

Von einer symbolischen Ökonomie spricht man, wenn der Rang, die Reputation und die symbolische Anerkennung eine große Rolle spielen: wie etwa in der modernen Wissenschaft, aber auch in traditionellen Gabenökonomien.1 Es war daher kein Zufall, wenn Warren Hagstrom, der den Begriff der „scientific community“ international bekannt gemacht hat, die sozialen Praktiken der Wissenschaft mit der von Bronislaw Malinowsky in Die Argonauten des westlichen Pazifiks beschriebenen Gabenökonomie auf Neu Guinea verglich.2 So wie dort wertvolle Ketten und Armreifen als Gaben getauscht werden, sind in der Wissenschaft Informationen in Form von Publikationen Gaben, die unentgeltlich für die Anerkennung der wissenschaftlichen Kollegen eingetauscht werden.3 Im Folgenden soll daher in aller Kürze die Logik des Gabentausches skizziert werden, um zu zeigen, wie mit dieser all jene Praktiken beschrieben werden können, welche der internationalen Forschungsgemeinschaft helfen, Beziehungen über kulturelle und nationale Grenzen hinweg zu knüpfen.

1. Die unbeglichene Schuld in der Gabenökonomie

Gaben sollen soziale Beziehungen begründen. D.h. im Unterschied zu dem Kauf einer Ware geht es bei einer Gabe nicht in erster Linie um den Wert einer Sache, der vom Käufer abgegolten werden muss, sondern im Vordergrund stehen im Gabentausch die beteiligten Personen und Institutionen. Entgegen einem verbreiteten Missverständnis setzt dies aber voraus, dass in Gabenökonomien Gleiches nicht mit Gleichem vergolten wird. Denn um stabile und dauerhafte Beziehungen begründen zu k...

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