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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Sprache, Literatur und Medizin (Ernest W.B. Hess-Lüttich)

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Ernest W.B. Hess-Lüttich (Berlin, Deutschland/Bern, Schweiz/Stellenbosch, Südafrika)

Sprache, Literatur und Medizin

Medizinische Kommunikation (Hess-Lüttich/König 2012) präsentiert sich als literarisches Motiv in mannigfacher Gestalt: als literarisierte Darstellung medizinischer Sachverhalte, als fiktionale Texte von Medizinern, als literarischer Niederschlag von Patientenerfahrungen belletristischer Autoren, als Produkte einer (auto-)therapeutischen Strategie, als aus literarischen Quellen destillierte Medizingeschichte, als stilistisch verfremdende Verwendung medizinischer Fachsprache im literarischen Text usw. Literarische Beschreibungen medizinischer Kommunikation stellen meist bestimmte zeitgenössische Tendenzen in der Medizin dar oder sie folgen literarisch-ästhetischen Moden und Strömungen (v. Jagow/Steger 2005, S. 432). Man kann also entsprechende Texte in der Literatur (i) medizingeschichtlich als medialen Spiegel des Verhältnisses von Kommunikation und Medizin zu einer jeweiligen Zeit verstehen, man kann sie (ii) im Hinblick auf dessen literarische Bearbeitung vor dem Hintergrund medizinischer Alltagskommunikation analysieren, oder man kann (iii) Schlussfolgerungen über die Beziehungen der Autoren zur Medizin oder zu Ärzten ziehen (v. Jagow/Steger 2009, S. 59).

Konventionen medizinischer Kommunikation finden sich schon in den Darstellungen des Arztes in der 15. und 17. Eulenspiegel-Historie (1510/1511) satirisch beschrieben. In den beiden Geschichten werden die z. T. medizinisch eigenwilligen, z. T. eher auf pekuniären Profit zielenden pharmazeutischen Therapieversuche ebenso parodiert wie die Vertrauensseligkeit der Patienten gegenüber dem pseudo-gelehrt sprechenden Arzt. In Der abenteuerliche Simplicissimus (1668/1669) portraitiert Grimmelshausen die frühneuzeitliche Figur des Quacksalbers, als der sein Held Melchior Sternfels von Fuchshaim allerlei Bauern zur eigenen finanziellen Genesung betrügt, indem er sie durch die...

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