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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Konstruktion von Wissenschaftskulturen durch das Vergleichshandeln im Gespräch (Yuhuan Huang)

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Yuhuan Huang (Göttingen, Deutschland)

Konstruktion von Wissenschaftskulturen durch das Vergleichshandeln im Gespräch

1.

In einer internationalen Wissenschaftskommunikation, die sich als interkulturelle versteht, sollen die Prägungen von unterschiedlichen Wissenschaftskulturen1 nicht ignoriert, sondern durch geeignete Prozesse so aufeinander bezogen werden, dass Bereicherungen statt Hemmnis oder Verhinderung zustande kommen2 – soweit der Anspruch. Ein primäres Gebot dafür ist die systematische Kenntnis der Vielfalt der verschiedenen Wissenschaftskulturen „im Wege einer Komparatistik von Wissenschaftskulturen und Wissenschaftssprachen“3. Denn der Vergleich ermöglicht es, jede kulturelle Praktik immer nur als eine mögliche Praktik unter vielen anderen zu begreifen, sodass jede einzelne in ihrer kulturellen Begrenztheit erkennbar wird.4 Mit dem Modell, das Bogner/Dengel für den Kulturvergleich vorgelegt haben, soll über den wechselseitigen Abgleich von eigenen und fremden Vorstellungen von Wissenschaft eine Kritik der vermeintlichen Universalität wissenschaftlichen Wissens geleistet werden und die Geltungsansprüche von eigener und fremder Wissenschaftspraxis sollen in neue Kontexte gestellt werden.5

Wenn das wissenschaftlich betriebene Vergleichen einsetzt, finden vorab ein gesellschaftlicher und kultureller Vorgang statt, in dem Eigen- und Fremderfahrungen festgestellt, abgeglichen und stilisiert werden.6 Daher sollten, statt „gegenständlich fixierbarer Bereiche“7 die „beobachtbaren und umreißbaren Vorgänge der kulturellen Begegnung und des kulturellen Abgleichens“8 vorrangig unter←293 | 294→sucht werden. Eine ähnliche Ansicht äußert Günthner mit dem Ansatz des „Doing Culture“9, mit dem u. a. die verbale Kommunikation als Konstruktionsvorgang von Kultur aus linguistischer Perspektive untersucht wird. Vor diesem Hintergrund stellt der...

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