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Migration in Theologie und Kunst

Transdisziplinäre Annäherungen

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Edited By Hanjo Sauer and Julia Allerstorfer

Die Beiträge untersuchen disziplinübergreifend das Phänomen Migration. Die AutorInnen betrachten Migration als ein konstitutives Element der Menschheitsgeschichte und als globales Zukunftsthema. Spätestens seit Beginn der Flüchtlingswelle aus Syrien nach Europa und auch Österreich in den Sommermonaten 2015 ist diese Thematik integraler Bestandteil medialer, politischer und öffentlicher Kontroversen. Migration ist kein modernes Phänomen. Wanderungsprozesse aufgrund existenzieller Bedrohungen oder Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen anderswo hat es immer gegeben. Die BeiträgerInnen diskutieren Migration aus den Perspektiven der Theologie, Philosophie und der Kunstwissenschaft. Die Bandbreite der Sujets reicht hierbei von alttestamentarischen Bibelstellen bis hin zum Europa der Neuzeit, über Kolonialismus, Imperialismus und Globalisierung. Aus kunstwissenschaftlicher Perspektive wird der Migrationsbegriff hinsichtlich unterschiedlicher Epochen und Kunstgattungen aufbereitet.

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Einführung (Hanjo Sauer , Julia Allerstorfer)

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Einführung

Migration als Thema von Theologie und Kunst

Als wir zu Beginn des Jahres 2015 eine interdisziplinäre Lehrveranstaltung von Kunstwissenschaft und Fundamentaltheologie zum Thema Migration konzipierten, war nicht absehbar, in welchem Ausmaß die Flüchtlingsströme in Europa Politik und Gesellschaft in Atem halten würden. Die Tatsache, dass es weltweit nahezu 60 Millionen Menschen auf der Flucht gibt, hat das Weltbild der EuropäerInnen kaum entscheidend beeinflusst. Doch nun betraf die Fluchtroute unmittelbar Deutschland und Mitteleuropa. Für viele erschien das Millionenheer von Flüchtlingen, die aus Afghanistan, aus Syrien, dem Irak und weiteren Ländern des Globalen Südens nach Europa drängten, als Bedrohung, als Infragestellung von Wohlstand, Stabilität und Sicherheit. Das eigentlich Herausfordernde lag insbesondere daran, dass sich Europa völlig unzureichend mit dem Thema der Massenmigration auseinandergesetzt hatte.

Nimmt man den gesamten Zeitraum des vergangenen Jahrhunderts in den Blick, dann waren mit der tiefgreifenden Umwälzung der Kriege und Revolutionen Migrationsbewegungen mit einem Ausmaß verbunden, wie es die Welt zuvor noch nicht gesehen hatte. Im Frühjahr 1945 waren mehr als 12 Millionen Menschen auf der Flucht: Menschen aus den östlichen Teilen Deutschlands, die in riesigen Trecks vor den Russen flohen, Polen, die ebenfalls aus dem russisch besetzten Teil ihres Landes in den Westen unterwegs waren, Millionen von Zwangsarbeitern, die von der nationalsozialistischen Herrschaft zu einem Millionenheer von Arbeitssklaven gemacht worden waren und die nun wieder in ihre Heimat wollten, besiegte deutsche Soldaten, deren Einheiten aufgerieben...

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