Show Less
Restricted access

Migration in Theologie und Kunst

Transdisziplinäre Annäherungen

Series:

Edited By Hanjo Sauer and Julia Allerstorfer

Die Beiträge untersuchen disziplinübergreifend das Phänomen Migration. Die AutorInnen betrachten Migration als ein konstitutives Element der Menschheitsgeschichte und als globales Zukunftsthema. Spätestens seit Beginn der Flüchtlingswelle aus Syrien nach Europa und auch Österreich in den Sommermonaten 2015 ist diese Thematik integraler Bestandteil medialer, politischer und öffentlicher Kontroversen. Migration ist kein modernes Phänomen. Wanderungsprozesse aufgrund existenzieller Bedrohungen oder Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen anderswo hat es immer gegeben. Die BeiträgerInnen diskutieren Migration aus den Perspektiven der Theologie, Philosophie und der Kunstwissenschaft. Die Bandbreite der Sujets reicht hierbei von alttestamentarischen Bibelstellen bis hin zum Europa der Neuzeit, über Kolonialismus, Imperialismus und Globalisierung. Aus kunstwissenschaftlicher Perspektive wird der Migrationsbegriff hinsichtlich unterschiedlicher Epochen und Kunstgattungen aufbereitet.

Show Summary Details
Restricted access

Sozialethik der Migration zwischen Anerkennung kultureller Differenz und Gleichheitsprinzip (Christian Spieß)

Extract

Christian Spieß

Sozialethik der Migration zwischen Anerkennung kultureller Differenz und Gleichheitsprinzip

1. Einleitung und Vorbemerkungen

In den vergangenen Jahren wurde der Migrationsdiskurs in Westeuropa überwiegend als Integrationsdiskurs geführt. Der Umstand, dass Personen aus verschiedenen Teilen der Welt nach Europa einreisen, galt weithin als Sachverhalt, über den im Grunde nicht zu diskutieren ist. Auch die dramatischen Fluchtereignisse rund um das Mittelmeer und die prekäre Situation der aus Afrika fliehenden Menschen etwa in Süditalien änderten wenig an der öffentlichen Fokussierung auf die Integrationsthematik. Als Herausforderung wurde nicht die Zuwanderung als solche betrachtet, sondern in erster Linie die Integration der zuwandernden Menschen in das gesellschaftliche Gefüge und seine Teilsysteme. Dabei war und ist keineswegs unumstritten, was „Integration“ bedeutet. Der Begriff kann entweder im Sinne einer Politik des Multikulturalismus als Möglichkeit gefasst werden, die intendiert, dass Einwandernde in der Einwanderungsgesellschaft einerseits „heimisch“ werden, andererseits aber die eigene Lebensweise und Kultur weiterhin pflegen. Oder der Begriff kann im Sinne einer Assimilationspolitik als Gebot an die Einwandernden gefasst werden, sich den in der Einwanderungsgesellschaft praktizierten Gepflogenheiten und eingelebten Gewohnheiten anzupassen – also keineswegs nur als Gebot, sich an das Recht des Einwanderungslandes zu halten. Die „klassischen“ Auseinandersetzungen der Integrationsdebatte drehen sich dementsprechend um religiöse Praktiken der Zuwanderer – vom Kopftuchstreit über die Beschneidungsdebatte bis hin zu den Auseinandersetzungen über Moscheebauten. Seltener und weniger emotional wurde allerdings die Situation jugendlicher Einwanderer diskutiert, die überdurchschnittlich häufig ohne Schulabschluss und Ausbildungsplatz bleiben, obwohl dies kein geringeres Integrationshindernis sein...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.