Show Less
Restricted access

Migration in Theologie und Kunst

Transdisziplinäre Annäherungen

Series:

Edited By Hanjo Sauer and Julia Allerstorfer

Die Beiträge untersuchen disziplinübergreifend das Phänomen Migration. Die AutorInnen betrachten Migration als ein konstitutives Element der Menschheitsgeschichte und als globales Zukunftsthema. Spätestens seit Beginn der Flüchtlingswelle aus Syrien nach Europa und auch Österreich in den Sommermonaten 2015 ist diese Thematik integraler Bestandteil medialer, politischer und öffentlicher Kontroversen. Migration ist kein modernes Phänomen. Wanderungsprozesse aufgrund existenzieller Bedrohungen oder Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen anderswo hat es immer gegeben. Die BeiträgerInnen diskutieren Migration aus den Perspektiven der Theologie, Philosophie und der Kunstwissenschaft. Die Bandbreite der Sujets reicht hierbei von alttestamentarischen Bibelstellen bis hin zum Europa der Neuzeit, über Kolonialismus, Imperialismus und Globalisierung. Aus kunstwissenschaftlicher Perspektive wird der Migrationsbegriff hinsichtlich unterschiedlicher Epochen und Kunstgattungen aufbereitet.

Show Summary Details
Restricted access

Migration – Transfer- und Transformationsprozesse in der Architektur der Moderne (Anna Minta)

Extract

Anna Minta

Migration – Transfer- und Transformationsprozesse in der Architektur der Moderne

Im Bereich der Architektur sind Migrationen als Wanderbewegungen, die zu dauerhaften beziehungsweise langfristigen Ortswechseln führen, in Bezug auf Menschen als auch auf ästhetische und architekturtheoretische Konzepte zu betrachten. Beides muss nicht zwangsläufig miteinander verbunden sein. Ausstellungen, Kongresse und Publikationen beschleunigen das Wandern von baukünstlerischen Ideen – weitgehend losgelöst von freiwilligen oder erzwungenen Migrationen der ArchitektInnen. Die mediale Vermittlung von Planungs- und Entwurfskonzepten führt im Austausch mit anderen baukünstlerischen Idealen und häufig in Auseinandersetzung mit neuen geografischen, soziokulturellen, politischen, religiösen und ökonomischen etc. Gegebenheiten zu einer Vervielfachung ursprünglicher Konzepte.1 Die sogenannten Kulturtransferforschungen untersuchen den „raum- und gesellschaftsübergreifenden Austausch und die wechselseitige Durchdringung von Kulturen“.2 Dabei fokussiert sich die Transferforschung prozessorientiert auf das weitgehend lineare Übertragen und Einweben fremder Kulturelemente in die aufnehmende Kultur, während unter dem Phänomen des Austausches bi- oder pluridirektionelle Aspekte, komplexe, reziproke Migrationen und Wandel von Gegenständen, Wissen, Theorien, Ideen und Symboliken zwischen verschiedenen Kulturen diskutiert werden. Räume – anthropologischer Kulturraum, physischer Raum als gebaute Umwelt und soziokultureller Handlungsraum – sind Voraussetzung und zugleich Wirkungsorte←151 | 152→ solcher Transferprozesse. Gestalteter Raum ist die materielle Komponente architektonischer und ideengeschichtlicher Austauschprozesse. Raumsoziologische Theorien betonen die Dialektik zwischen Raum, Mensch und Gemeinschaft, insbesondere im Kontext der kollektiven Sinn- und kulturellen Identitätsstiftung.3 Aus architektursoziologischer Perspektive stellt Bauen folglich immer auch einen Akt der sozialen Prägung dar, indem der gebaute Raum Einfluss auf die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.