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Der Ausdruck der Konzessivität im heutigen Französisch und Italienisch

Mit einem Vorwort von Wilhelm Pötters

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Tommaso Detti

Das Buch untersucht diachron die Konzessivität und zeigt, wie sich diese als ein Zusammenspiel zwischen «antecedens» und dem überraschenden «consequens» manifestiert und vom Sprecher vielseitig und produktiv verwendet werden kann. Anhand authentischer Beispiele aus dem heutigen Französisch und Italienisch visualisiert der Autor das Spektrum an konzessiven Ausdrucksmöglichkeiten. Er verdeutlicht, wie polyfunktional die Konzessivität in der Sprache ist. Der Band schließt mit einer kontrastiven Analyse zwischen beiden Sprachen, die strukturelle Vor- und Nachteile sowie bestimmte stilistische Vorlieben des jeweiligen Sprachsystems verdeutlicht.

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4.3.5 Abwägen: Objektivität wird gezeigt

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Eine weitere Funktion der Konzessivität lässt sich darin erkennen, wenn der Sprecher im Rahmen einer meistens umfassenden und breit strukturierten Darstellung (X) dazu benutzt, Argumente einzubeziehen, diese gegeneinander abzuwägen und dabei Pro und Kontra zu berücksichtigen, bevor er dann in (Y) seine Position explizit macht. Ein „abwägendes Handeln“ stellt nach Pirazzini (2002: 141) „beim alltäglichen Argumentieren den wesentlichen Ausgangspunkt dar, der das rational-reflexive Verfahren des Sprechers in Gang setzt“.

Diese Funktion der Konzessivität erweist sich als strategisch, weil der Sprecher seine Rücksicht auf den Empfänger deutlich macht, indem er seine Argumente in die eigene Darstellung aufnimmt, ohne sich allerdings dabei festzulegen. Diese gezeigte Bereitschaft zur Kooperation und zur Interaktion wird nach Antaki/Wetherell (1999: 24) besonders betont, denn „It makes a show of using a form which, ostensibly, is evidence that the speaker appreciates the other side’s point of view, displaying to listeners that the speaker is not wholly blind to others’ positions“.

Dieser interaktive Gebrauch der Konzessivität lässt sich vor allem in kommunikativen Situationen beobachten, wo komplexe und schwerwiegende Themen (wie bei Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten) betrachtet werden, an die der Sprecher mit Vorsicht und Objektivität herangehen möchte, und zwar: „the concessive relation is a powerful rhetorical instrument to deal with contrasting data and accomodating opposite polarities“.114 In solchen Situationen, wo eine eindeutige Position (Y) hinausgeschoben wird, verschafft die Konzessivität dem ← 193 | 194 → Sprecher mehr Verhandlungsspielraum, d. h. die M...

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