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Subsidiarität der Lebendorganspende

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Rainer Hellweg

Das Buch untersucht die Subsidiarität der Lebendorganspende, wie sie im deutschen Transplantationsgesetz normiert ist. Der Autor erörtert, welche juristischen Fragestellungen und Probleme in der medizinischen Praxis diese Regelung aufwirft. Er beleuchtet die relevanten medizinischen, ethischen und juristischen Aspekte und geht dabei auch auf den verfassungsrechtlichen Kontext sowie auf die Paternalismusdebatte ein. Die Argumente pro und contra die Subsidiaritätsregelung wägt das Buch gegeneinander ab. Der Autor vertritt als Ergebnis die These von der «faktischen Subsidiarität» und propagiert, die gesetzliche Regelung ersatzlos zu streichen.

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B) Die medizinische Ausgangslage

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I. Praxis der Lebendorganspende

Während sich der Begriff der postmortalen Organspende auf die Transplantation eines Leichenorgans bezieht, beschreibt die Lebendorganspende die Spende eines Organs eben eines lebenden Menschen zum Zwecke der Übertragung auf einen kranken Patienten. Für die Lebendorganspende kommen nur Organe in Frage, die entweder paarig angelegt sind und bei denen der Verlust eines Organs für den Spender medizinisch vertretbar erscheint (Nieren) oder die sich nach Entnahme eines Segments wieder vollständig regenerieren können (Leber, Pankreas, Lunge, Darm).59

2014 wurden in deutschen Transplantationszentren insgesamt 3.851 Organe übertragen, im Einzelnen nach Organen aufgeteilt wie folgt: 2.128 Nieren, 941 Lebern, 304 Herzen, 352 Lungen, 120 Pankreata sowie sechs Dünndärme.60 Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Zahlen der übertragenen Organe seit dem Hochstand 2010 insbesondere für die mit Abstand am häufigsten übertragenen Organe Niere und Leber rückläufig sind.61

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