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Subsidiarität der Lebendorganspende

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Rainer Hellweg

Das Buch untersucht die Subsidiarität der Lebendorganspende, wie sie im deutschen Transplantationsgesetz normiert ist. Der Autor erörtert, welche juristischen Fragestellungen und Probleme in der medizinischen Praxis diese Regelung aufwirft. Er beleuchtet die relevanten medizinischen, ethischen und juristischen Aspekte und geht dabei auch auf den verfassungsrechtlichen Kontext sowie auf die Paternalismusdebatte ein. Die Argumente pro und contra die Subsidiaritätsregelung wägt das Buch gegeneinander ab. Der Autor vertritt als Ergebnis die These von der «faktischen Subsidiarität» und propagiert, die gesetzliche Regelung ersatzlos zu streichen.

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E) Praktische Bedeutung des § 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 TPG

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I. Missbrauchsmöglichkeiten

Folgt man der Rechtsauffassung derjenigen Stimmen in der Literatur, die – wie gerade vorstehend erörtert – eine besonders strenge Auslegung des Tatbestandsmerkmals „geeignet“ in § 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 TPG propagieren, eine Pflicht zur Aufnahme in die Warteliste ablehnen, ein Verschieben des Zeitpunkts der Lebendorganspende zur Umgehung der Verfügbarkeit eines postmortal gespendeten Organs für zulässig erachten bzw. die Subsidiaritätsregelung bei psychischen Problemen oder moralischen Vorbehalten gegen die Totenspende nicht anwenden wollen, resultiert aus diesen Prämissen nach entsprechender juristischer Auslegung bereits a priori, dass die Subsidiaritätsregelung des § 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 TPG in der Praxis leer läuft.370 Der praktische Wirkungsbereich wäre vollkommen ausgehebelt.

Auf der anderen Seite ist zu konstatieren, dass auch bei der hier vertretenen, vergleichsweise restriktiven Auslegung371 des § 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 TPG Missbrauchsmöglichkeiten in vielfacher Hinsicht bestehen. Im Einzelnen sind folgende Gesichtspunkte zu nennen:

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